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15 Jahre Rave on Snow

16 Dez

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Meisten stimmen sich auf Weihnachten ein, indem sie den Adventskranz aufstellen, Plätzchen backen und auf den Weihnachtsmarkt gehen. Es gibt aber auch Leute, die sich am zweiten Adventswochenende auf nach Saalbach-Hinterglemm in Österreich machen, um in den Alpen bei guter Musik im Schnee abzufeiern.

Am Freitag, 12.12.2008, kamen Tausende zum 15-jährigen Rave On Snow-Geburtstag. Los ging es abends auf dem Dorfplatz mit u.a. Patrick Lindsey, Pascal Feos und Chris Liebing auf der Partysan-Stage. Hier war der allgemeine Treffpunkt, sich auf die Parties einzustimmen.

Zwischendurch wärmte man sich in einem der Restaurants im Dorf auf. Leider wurde die Partylocation Arena in einen Mexikaner umgewandelt. Als Entschädigung gab es einige neue, wie den Rave On Snow-Club. Hier rockten Loco Dice und Marco Carola die Massen, während 20 Meter weiter das Karma ein Geheimtipp für Clubgänger war. Aber auf die altbewährten Locations wollte auch niemand verzichten. Unser Highlight war der Auftritt von Dapayk & Padberg im Castello. Das Topmodel und ihr Liebster gaben ein sensationelles Live-Set zum Besten. Danach ging es direkt zum nächsten Live-Gig von Codec & Flexor in der Garage.

Samstagmorgen rief der Schattberg, mit oder ohne Skier bzw. Snowboard. Auf dem Gipfel spielten schon ab elf Chris Wood & Tini. Während die einen abtanzten, nutzten andere den Warsteiner-Snow-Show-Park für eine geniale Abfahrt.

Eine kleine Auszeit im Wellnessbereich und in der Sauna des Hotels half, die zweite Marathonnacht unbeschadet durchzustehen.

Der Warsteiner-Dom auf dem Dorfplatz war eine gute Alternative, um draußen zu feiern, aber trotzdem ein Dach über dem Kopf zu haben. Die dritte neue Location, die Taverne, verwandelte Labelmacher Matthias Tanzmann in den Moonharbour-Floor. Diejenigen, denen der Weg die Dorfstraße etwas bergauf zu mühsam war, gingen in die Garage und blieben die ganze Nacht. Dort wurden in den drei verschiedenen Areas für jeden etwas geboten, von Oliver Koletzki im „Stil vor Talent“-Floor, über Markus Kavka im Vakant/Harry Klein-Bereich bis hin zur Main-Stage mit Felix Kröcher.

(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Bildergalerie: http://www.flickr.com/photos/97588792@N03/sets/72157634190689867/

Rave-On-Snow 2006

20 Dez

Nach 13-stündiger Fahrt mit dem Stolle-Bus erreichten wir Freitagmittag das zwar nicht eingeschneite, dafür aber in der Sonne erstrahlende Örtchen Saalbach in Österreich. Die besinnliche Vorweihnachtsidylle trügte, denn dieses Wochenende feierten Tausende das gigantischen Line-Up. Los ging es abends mit einem Glühwein in der Hand auf dem Dorfplatz.

Danach ließen die DK-Pimps, rund um Kay Schlossmacher, im Kuhstall der Arena die Kühe fliegen, was für eine geile Partysause! Samstagmittag auf dem Schattberg hinterließ die kurze Nacht bei den Leuten zwar Spuren, Karotte ließ es sich aber nicht nehmen, bei Magda´s gefeiertem Sound im Schnee mitzugrooven. Später bei Domenic d´Agnelli´s Set sorgte Veranstalter Bob für einwandfreien Klang. Raveline-Fotograf Karl freute sich bei der Talabfahrt über seine Schnappschüsse.

Nach einer kurzen Verschnaufpause traf man sich im King´s (präsentiert vom Tribehouse), dort tanzten die Puppen bei Marc Peakay´s Set. Nachts in der Garage gab Chris Liebing – angefeuert von der Feierfraktion – Gas, als ob es kein Morgen geben würde.

(Veröffentlicht im SMAG-Magazin)

Märtini Brös – Verliebt in Maschinen

4 Okt

An einem sonnigen Montagnachmittag (26.04.04) trafen wir uns mit DJ Clé und Mike Vamp, die zusammen das Gespann Märtini Brös bilden, im Café Hallmackenreuther in Köln. Die zwei „Jungs aus Berlin“ stellten sich gewohnt lässig unseren Fragen.

Wie seid ihr eigentlich auf euren Namen gekommen? Clé:  Das ist kurz erzählt. Wir haben 1997-98 lose zusammengearbeitet, dann haben wir irgendwann eine Platte zusammen gehabt, und brauchten ganz dringend einen Namen. Mike hatte vorher so ein DJ Projekt, das hieß Märtini Brothers, und da wir sind nie davon ausgegangen sind, dass wir eine sehr lange Zeit als Band zusammen arbeiten, haben wir einfach den Namen abgewandelt in Märtini Brös, das fanden wir eine witzige Idee. Wie das dann so ist, haben wir uns damit identifiziert und die Platte kam auf den erstem Label „4 Elements“ von Steve Bug und dann gab es kein Zurück mehr und wir schleppen uns damit rum.

Warum Märtini und nicht Martini? Clé: Das ist so lange her… (großes Gelächter) Das hätte uns eventuell Schwierigkeiten gebracht (Anmerkung der Redaktion: wegen dem Getränk) Wir haben es von vornherein ausgeschlossen.

Wer ist wer? Clé: Ich bin Clé und 21J. (lach) Mike: Ich bin Mike Vamp. Ich bin 39J. Der Altersunterschied zwischen Clé und mir macht nicht soviel aus, weil Clé älter aussieht, als er tatsächlich ist. Clé: Mike, du bist so entzückend.
Mike: Wie hast du das denn gemacht? Clé: Weil du mich immer so stresst.

Seid Ihr immer so lieb zueinander? Mike&Clé: Immer!

Wie kann man sich das vorstellen, wer singt von euch? Aufgaben beim Live-Set? Clé: Wir sind ziemlich demokratisch, wir singen beide, wir spielen beide Gitarre, wir spielen beide Keyboard, bedienen beide die Sequenzer, live ist das ziemlich 50/50. Im Studio ist es so, dass Mike ein bisschen mehr Herr der Lage ist, was den Computer und die Feinheiten angeht, ich bin eher etwas ungeduldiger. Mike: Clé ist mehr der Herr der Texte. Clé:  Live sind wir allerdings extrem gleichberechtigt.

„Dance like it is okay“. Wie ist euer Hit entstanden? Mike: Wir haben es das erste Mal 2002 in Berlin gehört, dort wurde es rauf und runter gespielt, dann dauerte es erst bis es in die ganze Republik schwappte. Clé:  „Fläsh“ war das Lied davor, dass es überschwappte ist durch die DJs gekommen. Als wir „Dance like it is okay“ gemacht haben, haben wir es für „Bpitch Control“ gemacht, wir haben das als Satire gesehen, wir wollten mal was machen was ein bisschen „over the top“ ist und wir haben uns selber ein bisschen karikiert, ein bisschen übers Ziel hinausschießen, später extrem catchy und disco… Wir haben damals den Nerv der Zeit getroffen. Bei solchen Tracks dauert es lange, sowas wächst halt langsam, das ist deutsch gesungen. Langsam können wir es schon gar nicht mehr spielen (lach)

Mike und Clé sprechen miteinander, dass sie es rockiger machen können und kommen zu dem Schluss es doch wieder zu spielen.

Dann das Lied „The Biggest Fan“. Seid ihr laut eurem Song selbst eure größten Fans?  Mike: Das Lied ist nackt morgens vorm Spiegel entstanden. Das Lied stammt vom ersten Album und da waren wir noch nicht so bekannt und dementsprechend wohl doch unsere größten Fans.

In dem Zusammenhang wie sieht das mit Groupieerfahrungen aus? Mike: Mit dem Lied hat das nichts zu tun, das kam alles erst viel später. Wir haben gemerkt, dass sich die Leute mit den Stücken identifizieren. Die Leute im Publikum singen überraschenderweise auch immer den Text mit und sich dabei total selbst verlieben in dem Augenblick. Es gibt eigentlich nichts Schöneres, als festzustellen, wer man eigentlich ist. „The Biggest Fan“ sollte das Selbstgefühl ein bisschen steigern. Mit Groupies hat das eher nichts zu tun. Wir haben echt eine Menge hübscher Groupies, eher aber hübsche, tolle Fans. Wir haben männliche und weibliche Groupies, ich meine eher Fans. Leute, die gerne mit uns reden, mit uns auseinandersetzen. Es ist für uns immer total wichtig, was die Leute über uns hören.

Bei eurer Live-performance bei Rave on Snow seid ihr danz schön abgegangen. Ist das immer so, mit ausziehen usw.? Clé: Das ist eine Ausnahme. Das ist auf jeden Fall nicht Standart der Show. Das kommt schonmal vor, wenn es heiß her geht, dann kann das schon passieren. Wir sind auf der Bühne nicht wirklich Herr unserer selbst, da können schon kuriose Dinge passieren. Mike: Clé macht sowas äußerst selten und wenn er sowas macht, dann bin ich so überrascht, dass ich komplett zurückstecke und wirklich warte was kommt.

Wie hat euch Rave on Snow gefallen?  Clé: Dieses Mal hat mir das ausgesprochen gut gefallen. Das letzte Mal als wir gespielt hatten, gab es organisatorisch ein paar Probleme, aber dieses Mal war es eine extrem runde Sache. Der Sound war fett, Publikum extrem cool und es gab sogar Schnee einen Tag später. Es hat uns sehr gut gefallen. Mike: Ja das hat wirklich gut geklappt dieses Mal.

Euer neues Album „Love The Machines“ wird im Mai veröffentlicht. Mir gefällt „Chicken Claw“ am Besten, es ist melancholisch und gleichzeitig absolut tanzbar, was für eine Message steckt dahinter? Clé: Wir hatten die Sounds soweit in der Kiste und dachten, da muss unbedingt ein Text her. Musikalisch hat das ja so eine Art Voodoo-Stimmung. Durch diesen reggaeartigen Rhythmus, diese Bassdrum, auch mit der Flöte mittendrin, hatte das sowas leicht Abseitiges. Auf dem Nachhauseweg vom Studio hatte ich mein Handy dabei, da kam mir so ein Text mit der Hohepriesterin und so weiter, die ihre Jünger um sich versammelt hat und zum Tanzen einlädt und so eine Art religiöse Verehrung der Tanzmusik. Man muss das übertragen sehen, die Hohepriesterin ist die Bassdrum. „Lass los, lass dich auf den Rhythmus ein, auch wenn er nicht so gewohnt ist, wie du es sonst kennst.“ Wir sind gespannt, ob Leute das in Clubs spielen. „Gib dich dem Voodoo hin und vertraue dir selbst.“ Mike: Am Anfang haben wir auch die Hühner sehr langlaufen lassen, die Sounds sind sehr extrem. Das ganze Stück hat so eine merkwürdige Wärme und hat als Gegensatz den klirrenden, zerrenden Sound. Voodoo ist das Thema auf jeden Fall.

Freitag Mayday, warum seid Ihr nicht mit dabei wie letztes Jahr? Mike: Schade! Clé: Ja schade, aber wir haben auch andere schöne Festivals.

Ihr macht ja jetzt auch bald eine Albumtour?! Und dann seid ihr auch in Düsseldorf in der Harpune?! Clé: Da war ich auch noch nie und habe gehört, dass soll ganz toll sein. Mike: Das wird auch immens rocken, glaube ich.

Seid Ihr ein Teil des Berlin-Styles?  Clé: Ehrlich gesagt, da halten wir uns extrem raus. Wir kommen aus Berlin, wir haben Style, aber das ist für mich schon wieder so sehr Abgrenzung und Einschränkung, da fühle ich mich extrem unwohl was sowas angeht. Wir sind extrem abwechslungsreich und bewusst an allen Genres vorbei, wir sitzen zwischen den Stühlen und so soll es auch bleiben. Berlin-Style ist mir zu wenig. Das ist jetzt wieder so ein Wort in einem Jahr ist es wieder ein anderes Wort und es geht trotzdem weiter. Mike: Wir sind wie gesagt Styler aus Berlin. Es kommt auch noch dazu, dass dieses Jahr viele Leute nach Berlin kommen, Berlin erlebt momentan einen derartig großen Wandel, man kann gar nicht mehr so vom Berlin-Style reden, weil er sich jede Woche ändert. Es kommen laufend Leute und beeinflussen natürlich das Geschehen in Berlin. Vielleicht waren wir früher mal Berlin Style, so die Art und Weise wie wir aufgelegt haben, sehr eingegrenzt für uns, es gab mal den Frankfurt Style den Berlin Style und den München-Style. Es sind so viele Frankfurter und Münchener in Berlin und warum? Die verändern halt den Style.

Aber als Abschluss kann man sagen, dass dieses verändern und dass man sich nicht festlegen kann, das Berlin-Style euer Style ist? Mike: Wenn dass der Berlin-Style ist, dass der Style sich permanent verändert, dabei aber versucht cool zu bleiben, dann würde ich sagen: „Wir sind Berlin-Style!“.

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Adriano Canzian – First Pornography

4 Sep

Adriano Canzian aus Mailand ist der kommende Gigolo-Superstar. Adriano steht für völlig eigenständige, geradlinige, kompromisslose minimal Gay Acid Vocal Tracks. Sein kommendes Album wird für großen Wirbel sorgen.

Hallo Adriano, erzähl uns doch mal, wie du zu der elektronischen Musik gekommen bist und dann zu Hell´s Label International Deejay Gigolos? Seit meiner Kindheit male ich, das ist meine zweite Leidenschaft. Ich habe eine lange Zeit meines Lebens zwischen London, Rom und Paris verbracht, wo ich meine Zeichnungen ausgestellt habe. Elektronische Musik gibt mir Inspiration. Zum Millenium hin wollte ich meinem Leben eine radikale Änderung geben, deswegen habe ich mich dazu entschieden nicht mehr zu zeichnen, sondern elektronische Musik zu produzieren. Damals wusste ich noch nicht mal, wie man einen PC anstellt. Ich habe gelernt mit Software umzugehen und nach zwei Jahren harter Arbeit, habe ich Demos zu den bekanntesten Labels geschickt. Nach einer Woche hat mich Hell kontaktiert und mich gefragt, ob ich ein Teil seines Teams werden wollte. Ich war sehr glücklich und habe zugestimmt.

Wie ist deine Single „Macho Boy“ entstanden? Was für eine Message steckt dahinter? „Macho Boy“ ist die Biografie von „Max Super Hero“. Max ist seit vielen Jahren ein Freund von mir. Alles fing wie ein Spiel an: Er hat mir erzählt was er mag, alles über Fashion und Sex, da habe ich es registriert. Das ist auch genau das was ich mag. Wir wollten der Welt zeigen, was wir so mögen.

Wie würdest du dich selber mit ein paar Worten beschreiben? Verrückt, mutig, sicher, bescheiden, loyal, besonders, kreativ und sexy.

Erzähl uns etwas über dein Leben in Italien! Italien ist ein wundervolles Land. Die Sonne macht alles schön. Mein Leben ist in Italien sehr unbeschwert. Ich habe viele Freunde und wir verbringen viel Zeit zusammen. Meine Familie lebt in der Nähe von Venedig. Ich sehe sie leider viel zu selten.

Wie bist du auf den Titel Deiner aktuellen Single:“ My Boyfriend Is Very Sexy“ gekommen. Eigene Erfahrung? Als ich den Song komponiert habe, war ich mit einem sexy Mann zusammen. Ich habe meine Zeit damit verbracht, Musik zu komponieren und mit ihm zu leben, das habe ich geliebt. Dann endete die Geschichte und nun kommt meine neue Single raus und ich bin wieder solo und warte auf einen neuen sexy Boyfriend mit einem großen … natürlich.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Ist es richtig, dass es bald ein Album mit dem Namen „Pornography“ gibt? Ich habe viele Pläne für die Zukunft. Als Nächstes erstmal das Album „Pornography“. Der Style ist EBM, Porno, Acid Music. Großartig!  Eine italienisch-japanische Gruppe hat das Cover designt. Das Album wird sehr provokativ, ein Punk, Porno, Glamour Mix. In der Zukunft möchte ich eine Liveshow machen, aber das wird eine Überraschung. Ich werde ein paar Remixe für bekannte Produzenten machen, aber die Namen nenne ich jetzt noch nicht. Zu meinen Album „Pornography“ wird es eine Europatour geben…

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Takkyu Ishino – Ein Japaner auf Abwegen

4 Aug
Vor seinem Set auf der Mayday haben wir uns mit Takkyu Ishino zu einem Interview getroffen, um ihm ein paar Fakts über ihn, Asiens Technoszene und sein neues Album zu entlocken.
 

Wie ist es für dich auf der Mayday zu spielen? Das ist immer toll für mich. Das ist die achte Mayday in Deutschland auf der ich spiele, bis jetzt war es immer super. Die Leute auf der Mayday sind immer sehr verrückt, das mag ich.

Was magst du am meisten, wenn du in Deutschland bist? Ich mag so viele Dinge an Deutschland, das ist schon sowas wie meine zweite Heimat. Deutschland ist so wichtig für die Technoszene, hier gibt es eine Geschichte über die elektronische Musik, wie in keinem anderen Land.

Wie ist die Technoszene in Japan? Jetzt endlich gut, wir haben viele Labels, viele Plattenläden… aber was uns fehlt sind die verrückten Raver. Trotzdem haben wir eine gute Technoszene in Japan.

Was ist der große Unterschied, wenn du in Europa oder in Asien auflegst? Der größte Unterschied sind die Leute. Speziell auf der Mayday sind Menschen, die du in Asien niemals zu Gesicht bekommst. Ich mag die Raver, die haben so viel Energie. In Asien lachen die Leute über die Kleidung usw., die können das nicht so ganz verstehen, aber ich mag das sehr.

Erzähl uns etwas über dein neues Album „Titles“ (Veröffentlichung: 07.06.2004)!
Letztes Jahr habe ich damit angefangen, es wurde mal wieder Zeit für Technomusik aus Japan. Ich habe versucht, alle Einflüsse aus Japan, England und Deutschland zu mischen.

Das erste Lied deines neuen Albums beginnt  mit den deutschen Wörtern: „Entschuldigung ich bin zu spät“, warum?
Mein letztes Album liegt 3 Jahre zurück. Danach habe ich mein neues Album produziert… aber es hat viel länger gedauert und so musste die Plattenfirma immer wieder das Releasedatum verschieben. Das ist der Grund warum ich sagen musste: „Entschuldigung, ich bin zu spät“.

Welche Bedeutung hat das Cover für dich? Ich habe das Bild von dem Bilderbuch „Japan Underground“ genommen. Das sieht richtig nach Techno aus, deswegen habe ich mich dafür entschieden.

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Tonka – Zurück mit neuer Musik

4 Apr
Tonka Is Back! Wir haben uns mit ihm über sein neues Album „84“ unterhalten und die Frage geklärt, warum es so lange still um ihn geworden ist.
 

Wie kommt es, dass man so lange nichts mehr von dir gehört hat? Das liegt daran, dass ich mich die letzten anderthalb Jahre auf die Produktion zu „84“ konzentriert habe, welches natürlich unweigerlich zu einer starken Einschränkung meiner Veröffentlichungen geführt hat. Das Remixen wurde vorerst auch auf Eis gelegt, damit ich all meine Ideen direkt in das Album einfließen lassen konnte.

Was steckt hinter dem Titelnamen deines neuen Albums? Hinter der Titelwahl 84 verbergen sich verschiedene Gründe, wie z.B. die Idee, ein persönliches Resümee der letzten 20 Jahre zu ziehen. Ein wesentlicher Grund ist jedoch, dass ich mich im Alter von zehn Jahren bereits sehr auf Musik fokussiert hatte. Man könnte das Jahr 1984 somit auch als Schlüsseljahr bezeichnen. Das Horten von Megamixes (je länger desto besser) und Maxiversionen verschiedenster Achtziger-Lieblingsbands wie ABC, Depeche Mode oder Kajagoogoo auf Tapes wurde zur Hauptbeschäftigung. Abgesehen davon stellt das Jahr 1984 aus musikalischer Sicht gesehen für mich nach wie vor das stärkste Jahr der Achtziger dar. Sowohl was die Veröffentlichungen im Bereich Pop, Wave oder auch Elektro anbelangt, als auch in Bezug auf das Weichenstellen für spätere musikalische Strömungen. Breakdance, zum Beispiel, war ein sehr wichtiges Thema, oder BMX! In dieser Zeit habe ich angefangen, Musik sehr viel bewusster aufzunehmen. Das Video I.O.U von Freeze wirkte neben den Featuren von BMX-Rädern, auch musikalisch sehr stark auf mich. Neben Arthur Baker, der für I.O.U. und auch für Afrika Bambaataas „Planet Rock“ an den Reglern saß, hatten auch weitere Dance-Produzenten der damaligen Zeit wie John „Jellybean“ Benitez (Madonna) oder Trevor Horn (Propaganda, Frankie Goes To Hollywood, The Art Of Noise) sehr starken Einfluss auf mich.  So auch Italo Disco; diese Art von Synthy-Pop hatte übrigens meiner Meinung nach einen mindestens so großen Einfluss auf den späteren House-Sound wie beispielsweise Kraftwerk.

Was für einen Sound erwartet uns auf „84“? Soundmäßig lässt sich „84“ in verschiedene Phasen oder musikalische Abschnitte einteilen. Als grobe Überbegriffe wären da (auch wenn ich kein Fan von „Schubladen“ bin!) House, Offbeat, Downbeat und Pop zu nennen. Zudem findet sich am Ende des Albums mit „Tasty“ und „The Night“ (das Original von Valerie Dore stammt übrigens auch aus dem Jahr 1984) eine Art Hommage an den frühen Italo-Disco-Sound.

Wie würdest du den Style, den du momentan auflegst, bezeichnen? Was die Plattenauswahl anbelangt, dreht sich’s bei mir hauptsächlich um positiv besetzten Dance-Sound im weitesten Sinne. Themen wie Cut-up-Disco, 80s und Breakbeat spielen dabei eine wesentliche Rolle. Ich halte nicht viel von kurzweiligen Trends und verlasse mich lieber, wie auch im Studio, auf mein Bauchgefühl. Mixtechnisch geht das Ganze mittlerweile eher in Richtung Cutten und Scratchen.

Viele kennen dich als House-Produzenten, erzähl uns doch mal von deinen weiteren Produktionen! Wenn man sich das Album 84 im Vergleich zu Peaktime anhört, bekommt man schon einen leichten Einblick, in welche Richtungen es in Zukunft noch gehen könnte. Zeitgemäße Poptunes mit Songstruktur wie „The Garden“ oder eben etwas ruhigere oder ernsthafte Themen a la „Believe“ könnten da durchaus als Ansatz verstanden werden. Die für mich neue Plattform Album hat mir dies eigentlich erstmals ermöglicht.

Deine Pläne für 2004? Erst mal schau’n wie es mit dem Album so läuft. Eine Single für Kim Appleby ist auch schon in der Mache und dem Herrn Pooley schulde ich nach Get Back auch noch einen Remix… Haben uns aber schon was nettes Vocaliges von seinem neuen Album rausgesucht. Eine Clubtour zum neuen Album ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplant, allerdings werde ich mir die ein oder andere Album-Releaseparty nicht nehmen lassen.

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Kai Tracid – Ein Leben als Global Player

4 Feb

Wir trafen Kai, um mit ihm über sein Leben als Global Player zu sprechen und mehr über seine neuen Projekte zu erfahren. Here We Go!

Kai, du kommst gerade von deiner Tour in Australien. Man merkt dir die Anstrengung kein bisschen an. Wie machst du das? Okay, rund 30 Stunden im Flieger zu sitzen ist schon ganz schön hart. Aber was solls? Ich habe in Australien viel Spaß gehabt. Es war schön, drei Wochen am anderen Ende der Welt zu sein und in Sydney, Melbourne und so aufzulegen. Die Clubs waren total ausgebucht. Was will ich mehr? Dafür lohnt sich der Reisestress.

Du bist gerade weltweit auf der Überholspur. Macht dir die Krise des Technos nicht trotzdem ein wenig Angst? Ich finde der Zeitpunkt ist gekommen, wo sich die Szene „gesundschrumpfen“ muss. Für mich macht es keinen Sinn zu jammern, da lege ich lieber noch einen Zahn zu.

Verstehe. Was hast du zuletzt gemacht? Aktuell ist die Single “Consious”. Ist auch auf meinem Label Tracid Traxxx erschienen. Und mein Remix für „Mars“ von Emanuel Top, den Track hat übrigens auch Monika Kruse für uns geremixt.

Wie lange produzierst du eigentlich schon?
Angefangen hat alles damit, dass ich mich Ende der 80er-Jahre von der Hip Hop-Szene getrennt habe und mich dem Frankfurter Techno zugewendet habe. Gerade die Clubnights von Sven Väth, der ja zu der Zeit noch viel Trance gespielt hat, haben mich inspiriert. Also habe ich meine 1210er und den Battle-Mixer gegen einen PC, einen Korg Poly 800 Synthesizer und mein erstes Cubase (Sequenzer-Software) eingetauscht.

Und da wurde Kai Tracid geboren? Nein, das Projekt Kai Tracid entstand erst viel später. 1996 glaube ich kam die erste Kai Tracid auf „Suck me Plasma“ mit dem Title „So Simple“. 1997 gelang dann mit „Your Own Reality“ der große Durchbruch, der mich auch dazu bewegte, wieder aufzulegen.

Was meinst du, was deinen Erfolg ausmacht? Das ist schwer zu sagen. Wir haben halt mit Tracid Traxxx unseren eigenen Sound geschaffen. Und der kommt immer wieder gut an und so bleiben wir ihm treu. Bei Kai Tracid im Speziellen ist es, wie der Name schon sagt, die Mischung aus Trance und Acid gepaart mit interessanten Texten.

Nachdem du in den vergangenen Jahren Europa mit deiner Musik eingenommen hast, reißt man sich nun verstärkt international um deinen Sound. Das ist wohl wahr. Ich sitze nahezu jedes Wochenende im Flieger, um neue Kontinente zu entdecken.

Auf deinem Label Tracid Traxxx sind mittlerweile rund 50 Releases vertreten, die auch alle in den Dance Charts waren oder sind. Ja, das macht mich auch extrem stolz. Da kann ich meinen Künstlern und unseren Fans für ihren jahrelangen Support nur danken. Wir arbeiten gerade an einer Jubiläums-Veröffentlichung, auf der alle Künstler in verschiedenen Kombinationen was machen. z.B. A*S*Y*S* mit Hennes & Cold oder Derb mit Kenji Ogura oder Kai Tracid mit Kan Cold.

Was steht sonst aktuell noch an? Ich war gerade in Miami auf der „Winter Music Conference“ und da hatte ich einen Auftritt beim Dreh von einem US-Movie. Der heißt „Hey DJ!“ und soll in diesem Jahr noch in die Kinos kommen. Sobald ich weiß, wann der Streifen in Deutschland anläuft, sag ich euch Bescheid !

Wo siehst du deinen Platz in der Dance-Szene? Was ist dir persönlich wichtig? Ich gehe meinen eigenen Weg, das ist mir besonders wichtig. Ich lasse mir ungern was vorschreiben. Ich bin begeisterter Paintball-Spieler, nicht nur weil es mir Spaß macht, sondern auch weil ich es mag, wenn Leute das mit verständnislosem Kopfschütteln hinnehmen. Was die Szene betrifft, ist es mir wichtig Musik zu machen und nicht einen Rummel um mich zu schaffen.

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Junior Jack – Music Is My Drug

4 Jan

Vito Lucente, anerkannter DJ und Produzent, besser bekannt unter dem Namen Junior Jack, feierte im Jahr 2000 mit seiner Single „My Feeling“ seinen internationalen, grandiosen Erfolg. Bei Pias erschienen eroberte der Track die Charts in Europa, USA und Australien. Zum ersten Mal stand ein Produzent aus den Benelux-Ländern an der Spitze der europäischen Dancecharts. Unter Junior Jacks eigenem Label Noisetraxx stellen DJs und Produzenten wie Rocher Sanchez, Mousse T, Erik Morillo und Robbie Rivera seitdem ihre Skills im Remix-Bereich unter Beweis. Junior Jacks darauf folgende Veröffentlichung „Thrill me“ im Februar 2002 entpuppte sich als Meilenstein seiner Karriere. Sein Bekanntheitsgrad wuchs und seine Fähigkeiten als Remixer und Produzent im Underground-Housebereich waren bei namhaften Künstlern wie Bob Sinclair, Moby und ATFC gefragt. Als DJ legte er weiterhin regelmäßig in legendären Clubs weltweit auf, einschließlich als Resident gemeinsam mit Kid Creme im Ministry of Sound Club. „Thrill me“ wurde zu einem riesen Clubhit und Junior Jacks unverkennbarer Sound – der eindringlich hämmernden Bassline – zu seinem Markenzeichen. Im März 2003 veröffentlichte Junior Jack unter seinem eigenen Label die Single: „Make Luv“, die weltweit über 500.000 mal verkauft wurde. „E Samba“ löste gleich darauf im heißen Sommer 2003 erneut Dancefloor-Ekstasen aus und wurde einer der Sommerhits, auf Ibiza gab es keinen Club, der diesen Song nicht zur Freude des Publikums rauf und runter spielte. Zu Beginn des Jahres 2004 steht nun endlich das lang ersehnte Debütalbum „Trust it“ an. Mit den weltweiten Clubhymnen und auch Junior Jacks aktuellem Smash-Hit „Da Hype“, gesungen und geschrieben von der Wave-Legende Robert Smith. Auf dem neuen Album gibt es neben traditionellen 4/4 Beats und den typischen gefilterten Basslines, Einflüsse aus Latin, Acid-House und Elektro, sowie Jazz-und Funkelemente. Der Song „Stupidisco“ auf Junior Jack´s neuem Album ist jetzt schon ein Liebling der DJ-Elite und ist eine Hommage an die frühen 80er. Weitere Highlights sind das eher jazzige, mit Trompeten und Piano eingespielte “The Roots”, das schwermütige “Alone” und das mit Latin-Flavours gewürzte “Hola”. Das minimal elektronische “Depression” gewährt durch hypnotische Akkorde, Acid Beats und Vocals einen Einblick in Junior Jacks dunklere Seiten, wohingegen „Love 2 U“ beweist, dass den drei bereits auf dem Album enthaltenen kommerziell erfolgreichen Singles noch weitere folgen werden. „Trust it“ erscheint bei Pias und ist ab dem 16. Februar 2004 in den Plattenläden erhältlich.

Das Cover deines neuen Albums „Trust it“ sieht ja „gefährlich“ aus! Was für eine Aussage steckt dahinter? Das ist ganz einfach. Ich vertraue in meine Musik und das ist meine einzige Droge. Seht Ihr was ich meine?!

Auf dem neuen Album hört man eine Menge verschiedener Musikstile. Aus was besteht deiner Meinung nach diese künstlerische Vielfalt? Ich mag viele verschiedene Arten elektronischer Musik (außer Trance). Ich habe das getan, wie ich fühle… Das ist auch der Grund der verschiedenen Vibes.

Das Lied „E Samba“ war letztes Jahr eines der Sommerhits überhaupt. Wie erklärst du dir diesen riesigen Erfolg ? Das war auch für mich eine Überraschung!!! Ich habe den Track nur gemacht um einen netten Groove zu haben, um den selber spielen zu können wie immer. Ich bin unsagbar glücklich, dass alle Leute, die Dancemusik mögen, meinem Vibe gefolgt sind. Respekt!!!

Wird es noch mal einen neuen Remix Deines Megahits „My Feeling“ geben? Wenn ihr über die Version auf dem Album „ROOM 5“ sprecht, nicht wirklich! Die Plattenfirmen fragten mich und ich tat es, warum nicht?! Die Idee war gar nicht so schlecht.

Du produzierst und legst auch unter anderen Namen auf. Verrat uns doch mal welche! Bevor ich viele Namen benutzt habe, arbeitete ich seit 3 Jahren nur unter dem Namen Junior Jack, vielleicht weil ich mir nicht sicher über meine Musik war. Aber als ich im Studio war und mein neues Album produziert habe, habe ich 20 Tracks gemacht und als ich fertig war, habe ich sie mir angehört und 14 Stücke für mein neues Album rausgepickt und zwar die, die mich am Besten repräsentieren. „Make luv“ war eines der Lieder, welches ich nicht ausgesucht hatte, aber wir (meine Plattenfirma und ich)  haben uns dazu entschieden, es zu releasen. Das ist der Grund, weswegen ich verschiedene Namen nutze, wie ROOM 5. Nun habe ich einen Song mit Jocelyn Brown fertiggemacht, der unter dem Namen GLORY releast wird. Ein paar weitere folgen… Außerdem weiß ich, dass selber nicht so genau, dafür produziere ich zu viel!

Wie sehen im Bezug auf dein eigenes Label „Noisetrax“ die Zukunftspläne aus? Wie ich Euch eben sagte, es kommen ein paar neue Tracks, also haltet Ausschau!!!

Peace
JJ

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Rave on Snow 2004

15 Dez

Nach 15-stündiger Busfahrt mit dem Stolle-Partybus von Dortmund aus, erreichten wir mit Zwischenstopps in Kassel, Würzburg und München Freitag Mittag Saalbach. An diesem Wochenende – 10. bis 12. Dezember – erstrahlte Saalbach-Hinterglemm in Österreich wieder in seinem alljährlichen Raverglanz, denn die Partysanen luden zum 13. Rave on Snow ein.

Mit einem Warsteiner in der Hand stimmten wir uns abends auf dem Dorfplatz bei Technasia, Tom Novy & Thomilla, Ferry Corsten uvm. auf das anstehende Partywochenende ein. Das sunshine-live Baby leuchtete über den tanzenden Köpfen der Partypeople. Playstation 2 gab den Leuten die Möglichkeit, das neue Game DJ Decks & FX anzutesten. Später ging es dann mit einem Hammer Line-up in den 9 Clubs & Areas weiter.

Samstag stand das Rave on Snow Highlight an, rauf auf den Schattberg, Sonne tanken und im Schnee tanzen war angesagt. Björn Wilke, Karotte und Domenic D ´Agnelli sorgten für den passenden Sound, die Stimmung war sehr ausgelassen. Nachmittags ging es wieder zurück ins Tal und auf dem Dorfplatz weiter. Auf der Playstation 2 Stage spielten u.a. Melih Ask, Luke Slater und Tomcraft. Für uns ging es dann zum Abendessen rauf auf die Hütte und nach einem zünftigen Mahl mit dem Schlitten zurück ins Tal.

Mit dem beruhigenden Gefühl, etwas Wintersport betrieben zu haben, starteten wir in den Clubs durch. In der von Motorola Biosphere & PV Records präsentierten Garage im Deck 7 gab es dann den puren Technosound, mit dabei Monika Kruse, Pascal Feos und Gayle San. Nachdem wir Raveliner uns richtig ausgeschranzt hatten, ging es in der gut gefüllten Arena sehr housig zur Sache.

Tom Novy, George Morel und JCA legten eine heiße Platte nacheinander auf. Während draußen die Kälte klirrte, tropfte hier der Schweiß von der Decke. Viel zu schnell wurde es Morgen und das Party-Marathon-Wochenende neigte sich dem Ende zu. Rave on Snow war ein Erlebnis, das wir trotz wenig Schnee dieses Jahr nicht missen möchten.

(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Love Week Berlin – Partysan 08/04

20 Aug

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(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)