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In der Time-Warp-Zeitschleife

4 Apr

IMG_7985„It´s all about guuude Laune, Leute“. Zehn Jahre ist es her, dass Techno-Vater Sven Väth mit dieser Performance für Furore gesorgt hatte. Genau in dieser Stimmung befinde ich mich, als ich Samstagfrüh, am 02. April 2016, nach vier Jahren Time-Warp-Abstinenz, im Zug nach Mannheim sitze. Nach einer Mütze Vorschlafen im Hotel, was bekanntlich nie funktioniert, mache ich einen Abstecher zum Wasserturm, dem Eiffelturm von Mannheim.

Im großzügig bepflanzten Park drumherum riecht es nach Frühling. Ausgerechnet hier und im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten heute, hat sich die Sonne hinter den Wolken versteckt. Schade und untypisch für die Rhein-Neckar-Region. Gegen Abend ist dann das euphorische Kribbeln vor so einem Großevent in der City zu spüren:

Junge Menschen aus ganz Europa sind angereist, mit viel „guuuder Laune“ im Gepäck. Zur Time Warp wurde ein Sonderfahrplan eingerichtet, direkt vom Hauptbahnhof bis zur Maimarkthalle. 20 Minuten Fahrzeit ziehen sich dann schon mal, aber für einen Minikurs Italienisch reicht es. Spätestens seitdem die Time Warp 2011 einen Abstecher nach Mailand gemacht hat, sind viele Italiener auf den Geschmack gekommen.

IMG_7959Der Einlass gleicht einer Kontrolle am Flughafen: In einer Endlosschleife auf Deutsch und Englisch werden die Leute aufgefordert, ihre Taschen zu öffnen. Ein riesiges Aufgebot an Polizei und Sicherheitspersonal erwartet die Gäste. Einerseits gut, denn es dient zu unserer aller Sicherheit, andererseits traurig, dass so etwas überhaupt nötig ist. Alle, die Party machen wollen, sollten herzlich willkommen sein und alle anderen bitte zu Hause bleiben!

Ansonsten ist eigentlich alles so geblieben, wie früher: Sechs Floors, das Chill-out-,  Restaurantzelt, die Lockerboxen für die Garderobe… Erfreulicherweise gibt es mehr Toiletten denn je.

Schon Wochen vorher meldete Cosmopop ein Ausverkauf ihrer Veranstaltung und das, obwohl das Line-Up verhältnismäßig spät veröffentlicht wurde. Tja, wer die Time Warp kennt, weiß halt, welche Posse sich dahinter verbirgt und mit welchen Acts man auf jeden Fall rechnen kann!

IMG_7979Noch vor Mitternacht überrascht die russische DJane mit dem bekannten Nachnamen (nein, nicht die Tochter von Lenny) Nina Kravitz  die Leute auf Floor 1. Für einige ist es das Set des Abends! Gefolgt von Drumcode-Aushängeschild Adam Beyer aus Schweden.

Zeit für einen Soundwechsel – Auf geht´s zum Falschen Hasen auf den sechsten Floor. Mit noch reichlich Platz zum Tanzen – hier ist es so richtig angenehm, sich auf eine lange Nacht einzustimmen.

Für alle zuhause Gebliebenen überträgt auch in diesem Jahr sunshine–live zwölf Stunden ausgewählte Sets. Der elektronische Radiosender mit den heimischen Wurzeln feiert wieder in einer eigenen Lounge mit Geschäftspartnern, Freunden und Mitarbeitern und tut gleichzeitig etwas Gutes, denn alle Einnahmen werden regional gespendet. Dort vergnügt sich auch Bachelor-Kandidatin Leonie Rosella. Eines muss man ihr lassen, einen guten Geschmack scheint die Heidelbergerin zu haben…, aber nur was die Musik angeht!

Leider gibt es einen unerfreulichen Zwischenfall: Zur Prime-Time hat irgendein Vollidiot ein Spray versprüht, das sich in Windeseile verteilt. Glücklicherweise reagiert die Crew vor Ort schnell und öffnet alle Türen auf Floor 1. Da sieht man mal wieder, dass es unter tausenden friedlichen Menschen nur einen geben muss, der anders tickt. Das Warum werden wir nie verstehen…

Nach Dubfire heißt es dann „Feuer frei“ für Sven Väth. Wer jetzt zu den ersten beiden Floors will, hat schlichtweg Pech. Das ist der Zeitpunkt, wo deutlich wird, dass die Time Warp ausverkauft ist. An der geregelten Ein- und Auslass-Schleuse kommt niemand mehr rein.

Kurzer Rückblick in der Zeitschleife: Die Time Warp gibt´s seit 1994 und startete damals in der Nachbarstadt Ludwigshafen und danach in wechselnden Städten. Ab 2000 dann jährlich in Mannheim, mit einem Herbstabstecher 2003 zur Expo in Hannover. Für viele Feierwütige bedeutet die Deutsche Time Warp der Start in die Festivalsaison. Auch für mich seit 2001.

„It´s about love, it´s about peace and it´s about crazyness”, vor zehn Jahren und heute: Lichtgestalt Sven Väth auf der Bühne, eingekreist von seinen Jüngern auf dem Floor und seinen Anhängern vor der Bühne. Dieses Bild übersteht schon Jahrzehnte und gehört zur Time Warp, wie der Wasserturm nach Mannheim.

Wer den Väth-Kult nicht huldigen kann oder will, feiert zeitgleich bei Pan-Pot, Ricardo Villalobos, Luciano, Loco Dice, Dixon, Tale of us, Jamie Jones, Karotte oder Alle Farben.

IMG_7990Wir entscheiden uns ab 4 Uhr für die Berliner Jungs Niconé & Sascha Braemer, gefolgt von Kölsch. Ausgelassen geht es bei Carl Cox b2b Joseph Capriati in den Morgen hinein.

Wer im Vorfeld ein Frühticket ergatterte, feierte wahrscheinlich frisch und ausgeschlafen bei Chris Liebing, Len Faki, Solomun, Marco Carola, Laurent Garnier oder bis in den Mittag bei Richie Hawtin.

Da bin ich doch lieber Nachtmensch.

Sonnenfrau

Bildergalerie: https://www.flickr.com/photos/97588792@N03/albums/72157666230352260/with/26144627732/

Frisches Gemüse in Osnabrück

25 Feb


Mit großer Erwartung ging es am Samstag, 23.02., in einen recht neuen Club in Osnabrück: das Atelier 10 in der Neulandstraße. Der Veranstalter Jan Schmidt (diamonds & pearls) setzte in dieser Nacht auf diese ausgefallene Location für einen nicht alltäglichen Gast. Karotte aus Frankfurt machte sich auf den Weg, das Publikum in Niedersachsen zu begeistern.

Der recht verschachtelte Club überzeugte durch ein stylisches Ambiente mit Wohnzimmeratmosphäre. Ein eigens gesetzlich vorgeschriebener Raucherbereich wurde von einem Local-DJ beschallt, so dass die Zigarette schmecken konnte. Wie in Osnabrück gewohnt ging es erst relativ spät los.

Als Christopher Noble den Anfang spielte herrschte noch gähnende Leere auf dem Hauptfloor, die Leute, die schon da waren, wärmten sich mit Getränken im Barbereich auf. Doch gegen halb zwei füllte sich das Atelier 10 recht schnell.

Als Karotte dann seinen Sound, weit ab vom musikalischen Einheitsbrei, präsentierte, platzte die Tanzfläche aus allen Nähten, das „frische Gemüse“ stoß auf großen Anklang. Man spürte wie Karotte in seiner Musik aufging und das Publikum dankte es ihm. Es wurde in einer sehr ausgelassenen Stimmung bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Nature One -Das 13. Land-

6 Aug

Für viele ging es schon Donnerstag los zum großen Mixery-Opening auf dem Campingplatz, bevor am Freitag, 03.08., das Dreizehnte Land, besser gesagt die Nature One 2007 auf der ehemaligen Raketenbasis Pydna im wunderschönen Hunsrück startete. Musikalische Höhepunkte waren in dieser Nacht Paul van Dyk auf dem Open Air Floor, Moonbootica im House of House und Felix Kröcher im Century Circus. Nach einer kleinen Mütze Schlaf ging es Samstag bei strahlendem Sonnenschein um 18 Uhr weiter.

Im Medienzelt trafen sich Karotte und Andi von sunshine live zu einer kampfreichen Kickerrunde. Tocadisco präsentierte ein beeindruckendes Set auf dem Open Air Floor. Highlight in dieser Nacht war das Feuerwerk um 1 Uhr nachts zu der Performance von Nature One Inc.

Danach folgte ein gut gelaunter Carl Cox. Die Stimmung war ausgelassen, auch bei den Artists. Insgesamt feierten 50.000 Menschen das ganze Wochenende bis zum Sonnenaufgang.

(Veröffentlicht im SMAG-Magazin)

TDK Time Warp 2007

1 Apr

Der Startschuss der Großevents 2007 fiel in der Maimarkthalle in Mannheim. Auf 5 Floors reihten sich internationale DJs und Live-Acts vom frühen Samstagabend bis in die Mittagsstunden am Sonntag zu einem grandiosen Line-up. Partypeole aus ganz Deutschland und den anliegenden Nachbarländern, wie Holland, Belgien und Frankreich gaben dem Event ein Multikulti-Flair.

Wie jedes Jahr fieberten Hunderte dem Set von Sven Väth entgegen, vorher wurde der frisch aus Miami zurückgekehrte Hell von den Massen und der Time Warp selbst gefeiert. Nebenan verstand ein gutgelaunter Chris Liebing mit den Massen umzugehen. sunshine live lud Geschäftspartner und Freunde in eine gemütliche Lounge.

Das Live-Set von Lexy & K-Paul riss mit und wo man auch hinging wurde ausgelassen gefeiert. Immer wieder traf man auf alte Bekannte, die man länger nicht mehr gesehen hat. Gegen morgen traf man dann auf Kandidaten wie Felix Kröcher, der wie seine Fans noch lange nicht genug hatte.

Draußen war es längst wieder hell, als Karotte und Ricardo Villalobos ihre Höchstform erreichten. Vernünftig war es auf jeden Fall nach diesem Party-Marathon mit dem Bus zurückzufahren oder sich in ein Hotelbett zu legen.

(Veröffentlicht im SMAG-Magazin)

Rave-On-Snow 2006

20 Dez

Nach 13-stündiger Fahrt mit dem Stolle-Bus erreichten wir Freitagmittag das zwar nicht eingeschneite, dafür aber in der Sonne erstrahlende Örtchen Saalbach in Österreich. Die besinnliche Vorweihnachtsidylle trügte, denn dieses Wochenende feierten Tausende das gigantischen Line-Up. Los ging es abends mit einem Glühwein in der Hand auf dem Dorfplatz.

Danach ließen die DK-Pimps, rund um Kay Schlossmacher, im Kuhstall der Arena die Kühe fliegen, was für eine geile Partysause! Samstagmittag auf dem Schattberg hinterließ die kurze Nacht bei den Leuten zwar Spuren, Karotte ließ es sich aber nicht nehmen, bei Magda´s gefeiertem Sound im Schnee mitzugrooven. Später bei Domenic d´Agnelli´s Set sorgte Veranstalter Bob für einwandfreien Klang. Raveline-Fotograf Karl freute sich bei der Talabfahrt über seine Schnappschüsse.

Nach einer kurzen Verschnaufpause traf man sich im King´s (präsentiert vom Tribehouse), dort tanzten die Puppen bei Marc Peakay´s Set. Nachts in der Garage gab Chris Liebing – angefeuert von der Feierfraktion – Gas, als ob es kein Morgen geben würde.

(Veröffentlicht im SMAG-Magazin)

TDK Time Warp 2005

15 Apr

Wenn einmal etwas gut war, kommt man immer wieder darauf zurück. Das dachten sich auch die Cosmopopper (Veranstalter der Time Warp) und luden nach langem Hin und Her doch wieder traditionell in die Maimarkthalle in Mannheim ein.

Dieses Jahr dank des starken Partners TDK mit ein paar Extras obendrauf, schon samstagnachmittags konnte man die Medienkunstausstellung zur Time Warp im Mannheimer Schloss besichtigen.

Auf drei Ebenen wurden Installationen und Videoclips junger, internationaler Künstler ausgestellt. Zur Einstimmung gab es Konzerte und DJ-Performances, u.a. von Plaid und Hexstatic. Weiter ging es zur Time-Warp-Location, um halb zehn kamen wir problemlos schnell rein.

Bevor wir uns ins Getümmel stürzten, besuchten wir das Labelcamp, das zweite TDK Time Warp extra, direkt neben der Halle, wo Labels, wie Cocoon, Acid-Track, 1st Decade und viele andere sich präsentierten. Wie jedes Jahr glich der Außenbereich vor der Haupthalle mit den ganzen Fressbuden einer Kirmes, genau wie der Empfangsbereich im Inneren der Halle mit reichlich Plüschstuff und Ähnlichem.

Als wir die ersten elektronischen Klänge wahrnahmen, wussten wir, warum wir da waren… Monika Kruse brachte die Leute im zweiten Floor in gute Tanzlaune und lieferte ein energiegeladenes Set ab. Punkt Mitternacht betrat der Münchener DJ Hell das Podest und blickte einer gutgelaunten Feiermenge entgegen. Nach der Aufwärmphase ging es gleich über in Euphorie und die Hände ab in die Luft.

Als Sven Väth die Bühne betrat, stand ein halbes Jahrhundert Technogeschichte zusammen einer riesigen Feiergemeinde gegenüber, das war schon klasse. Ab zwei Uhr lieferten sich Sven Väth und DJ Rush ein Kopf-an-Kopf rennen, hier war Pendeln angesagt.

Im zwar trotzdem großen, aber eher intimen Floor 3 brachte zeitgleich Moguai die Leute zum Rocken, gefolgt von Koze. Doch was wäre Time Warp ohne König Sven Väth und so freuten wir uns über ein Set, was sich von einer neuen ungewohnten Ruhe in Energie überging. Wer noch mehr Energie wollte, brauchte nur zum Floor 1 rüber, Chris Liebing sorgte schon dafür. 

Abwechslung gab es zur weit fortgeschrittenen Stunde beim Live-Set von Alter Ego. Live war auch wirklich live und das war sympathisch, klar konnten die Zwei nicht „Rocker“ weglassen, obwohl es eigentlich keiner mehr hören kann, geht es doch immer wieder, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Jetzt war es an der Zeit locker rumzuschunkeln und die Hüfte kreisen zu lassen, bei Karotte ging das, aber weil viele das gleiche Bedürfnis hatten, war es hier sehr voll.

Insgesamt hatte man aber den Eindruck, auf der gesamten Time Warp mehr Platz zu haben. Morgens traf man sich bei Richie Hawtin und tanzte völlig unkompliziert in den Morgen, die Stimmung war sehr ausgelassen und ganz klar war jeder schon etwas kaputt. Da bewundern wir doch das Durchhaltevermögen Hawtin´s, der wohl nach Plan bis 13 Uhr mittags machen sollte.

Draußen schien schon die Sonne und langsam aber sicher nahmen wir Abschied von der Time Warp auf ein hoffentlich nächstes Jahr. TDK plant übrigens schon europaweit weiter und so hörten wir von einem Dance Marathon in Mailand und einer weiteren Time Warp dieses Jahr in Prag, wir sind gespannt.

(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Rave on Snow 2004

15 Dez

Nach 15-stündiger Busfahrt mit dem Stolle-Partybus von Dortmund aus, erreichten wir mit Zwischenstopps in Kassel, Würzburg und München Freitag Mittag Saalbach. An diesem Wochenende – 10. bis 12. Dezember – erstrahlte Saalbach-Hinterglemm in Österreich wieder in seinem alljährlichen Raverglanz, denn die Partysanen luden zum 13. Rave on Snow ein.

Mit einem Warsteiner in der Hand stimmten wir uns abends auf dem Dorfplatz bei Technasia, Tom Novy & Thomilla, Ferry Corsten uvm. auf das anstehende Partywochenende ein. Das sunshine-live Baby leuchtete über den tanzenden Köpfen der Partypeople. Playstation 2 gab den Leuten die Möglichkeit, das neue Game DJ Decks & FX anzutesten. Später ging es dann mit einem Hammer Line-up in den 9 Clubs & Areas weiter.

Samstag stand das Rave on Snow Highlight an, rauf auf den Schattberg, Sonne tanken und im Schnee tanzen war angesagt. Björn Wilke, Karotte und Domenic D ´Agnelli sorgten für den passenden Sound, die Stimmung war sehr ausgelassen. Nachmittags ging es wieder zurück ins Tal und auf dem Dorfplatz weiter. Auf der Playstation 2 Stage spielten u.a. Melih Ask, Luke Slater und Tomcraft. Für uns ging es dann zum Abendessen rauf auf die Hütte und nach einem zünftigen Mahl mit dem Schlitten zurück ins Tal.

Mit dem beruhigenden Gefühl, etwas Wintersport betrieben zu haben, starteten wir in den Clubs durch. In der von Motorola Biosphere & PV Records präsentierten Garage im Deck 7 gab es dann den puren Technosound, mit dabei Monika Kruse, Pascal Feos und Gayle San. Nachdem wir Raveliner uns richtig ausgeschranzt hatten, ging es in der gut gefüllten Arena sehr housig zur Sache.

Tom Novy, George Morel und JCA legten eine heiße Platte nacheinander auf. Während draußen die Kälte klirrte, tropfte hier der Schweiß von der Decke. Viel zu schnell wurde es Morgen und das Party-Marathon-Wochenende neigte sich dem Ende zu. Rave on Snow war ein Erlebnis, das wir trotz wenig Schnee dieses Jahr nicht missen möchten.

(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Mayday 2004 Team X-Treme

2 Mai
Am Freitag, 30.04., ab 18 Uhr, hatte sich das Team X-treme, also die gesamte Techno-House-Electro-Trance-Nation der Republik und deren Anhänger, zum traditionellen Mayday-Tanz in den Mai in den Dortmunder Westfalenhallen versammelt. 16.000 laut Polizeiangaben, von uns geschätzte 20.000 Raver ,nahmen an dem größten Techno-Indoor-Spektakel der Welt teil. Mit dabei ein hochkarätiges Line-up von DJs und Live-Acts rund um die elektronische Musik aus der ganzen Welt.
Auf dem Mainfloor beeindruckte vor allem wie jedes Jahr die maydayspezifische Technik des Sound – und Lichtsystems, einzigartig! Von der House-Karotte angefangen, über den extra aus Tokyo eingeflogenen Takkyu Ishino, bis hin zu Paul van Dyk, hier konnte pausenlos gefeiert werden.
Eine Stunde nach Mitternacht traten um 1 Uhr die Members of Mayday auf die Bühne, da hieß es nur: Hände hoch und die Mayday-Hymen genießen, 20 Minuten Gänsehautfeeling pur. Im Showroom One beeindruckte Tillmann Uhrmacher mit einem gekonnten Mix aus alten und neuen Hits, gefolgt vom One & Only Tom Novy und u.a. dem Global-Player Timo Maas.
Im zweiten Floor ging es weniger populär, dafür aber mit viel Electro über die Bühne, mit Gunjah, Superpitcher und zur späteren Stunde auch Hardy Hard. Northern Lite rockten im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrem Live-Set, hier wurde nicht geraved, sondern die langen Mähnen geschüttelt, Mayday mal anders.
Alle Berlin-Fans waren ab diesem Zeitpunkt in der Area one: erst Lexy & K-Paul und dann WestBam, Techno-Electro vom Feinsten. Gefolgt vom furchteinflößenden Zombie Nation, der eine Live-Performance für starke Nerven bot. Dieses Spektakel war auch gut aus sicherer Entfernung von der Tribüne aus zu beobachten, mit Blick auf die ca. 8000 feiernden People.
Bei Chris Liebing platzte fast der Mainfloor, hier wurde einer der Höhepunkte der Maydaynacht erreicht. Nachdem Taucher auf dem ersten Floor die Menge mit allen möglichen Mitteln in Trance versetzt hatte, erregten die Disco Boys im Jogginganzug discolikes Aufsehen, endlich mal wieder mit der Hüfte zu wackeln.
Moguai feierte mit allen dazugehörigen Freaks und auf dem Mainfloor gab sich die Menge zu den Klängen von Tomcraft und danach Mark Spoon wild hin. Mark Spoon, der aufgrund eines Vorfalls sein DJ-Pult eher verließ, gab direkt an den Argentinier Dero weiter.

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Time-Warp Die Zehnte

15 Apr
TW 2004xAuf zur Jubiläumsfeier in die Maimarkthalle nach Mannheim. Der zehnjährige Time-Warp-Geburtstag war für die Veranstalter mehr als Anlass genug, ein Programm der Extraklasse auf die Beine zu stellen. Schon im Vorfeld hörte man von einem gelungenen Vorverkauf und ausverkauften Bussen.
Die Raver reisten aus ganz Deutschland an und nahmen zum Teil sechs Stunden Fahrt und mehr nur für den Hinweg in Kauf. Den Einlass hinter sich gelassen und mit dem Line-up in der Hand, startete jeder individuell durch.
Ich besuchte meine Kollegen von Raveline am Drugcomstand, hier gab es nette Gesprächsthemen, frische Früchte und Non-Alcoholic-Drinks. Ganz nebenbei und lässig wurde auch über Drogenrisiken informiert. Da konnte so ein frischer Apfel wirklich Wunder wirken, manche, vielleicht auch (natur-) verstrahlte Leute wieder runterzubringen und glücklich zu machen.
Weiter ging es, nachdem ich mich durch den „Kirmesbereich“ draußen und drinnen (Ess- und Klamottenstände) durchgeschlängelt hatte, in Richtung Bühne zur geliebten elektronischen Musik. Zu früher Stunde gefiel es mir auf dem ersten Floor am Besten. Time-Warp Organisationstalent und DJ – Frau Leila Abu-Er-Rub bereitete mit ihrem gemischten Techno-Electro-House Set auf den „Big Black Man“ DJ Rush  vor.
Es war brechend voll. Zeit für mich, bei der House-Karotte die Hüften zu schwingen. Um 2 Uhr war das Kopf-an-Kopf-Rennen von Chris Liebing auf Floor 1 und Sven Väth auf Floor 2 angesagt. Bei Väth mussten erstmal alle von der Bühne, denn der „Gott des Techno“ betrat den „Heiligen Floor“. Chris Liebing nebenan grinste beim Mixen über das ganze Gesicht.
Später stellte ich freudig fest, dass sich die Stimmung bei Sven zum Positiven verändert hatte und dort ausgiebig und hemmungslos gefeiert wurde. Mir hätte es gut gefallen, wenn Svens Busenfreund Richie Hawtin übernommen, und es nicht so einen Break bei Alexander Kowalski gegeben hätte. Bei ihm ging es anspruchsvoll musikalisch weiter. Ich nutze die Zeit um eine Pause zu machen, etwas zu relaxen und was zu trinken.
Nach der kleinen Stärkung ging es zum zweiten Floor, um die letzten Kräfte bei Richie Hawtins Set zu mobilisieren. Tanzen ist einfach der geilste Sport, besonders zu so genialer Musik und wenn es am Schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören.
Mit Sonnenbrille bewaffnet ging es raus in den strahlenden Sonnenschein. Vernünftigerweise nahm ich das nächste Taxi. Nach ein paar Stunden Schlaf, ließ ich das Event Revue passieren und uns wurde bewusst, wie geil es doch war! 15.000 Menschen feierten in Mannheim.

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)