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Nach Hause kommen – Nature One 2017

8 Aug

IMG_3634Für jeden bedeutet es etwas anderes, nach Hause zu kommen. Für 56.000 Besucher hieß es am letzten Wochenende, den Weg zur Nature One auf die Raketenbasis Pydna in Kastellaun/Hunsrück, anzutreten. Viele feierten bereits ab Donnerstag beim traditionellen Mixery Opening, bevor am Freitag, 04.08., um 20 Uhr der Startschuss für „We call it home“ fiel. 2017 schon zum 24. Mal!

Das macht sich bemerkbar: Künstler, die von Anfang an mit dabei sind, bringen jetzt ihre erwachsenen Kinder mit, DJs ihre Ehepartner oder umgekehrt, junge Acts ihre Eltern. Das Nature One-Gefühl scheint ansteckend, bzw. vererbbar zu sein.

Kommando zurück: Es ist Freitag und Stefan Dabruck spielt ab 21 Uhr auf der Open Air Stage das letzte Set seiner DJ-Karriere. Der Manager von Robin Schulz hat verkündet, nun in den DJ-Ruhestand zu gehen. Ein bewegender Moment für ihn und seine langjährigen Weggefährten.

Im House of House lässt es Lovra gerade geschmeidig, aber druckvoll, angehen. Die süße Blonde versteht es, das Publikum magisch auf den Dancefloor zu ziehen.

IMG_3643Wir erkunden wie jedes Jahr das Gelände, bestehend aus den vier Head-Areas und 19 Clubs.

Nach dem Aufstieg auf den gefühlt höchsten Hügel, besuchen wir die Jungs & Mädels vom Hexenhouse. Gemeinsam mit dem Heaven & Hill-Festival haben sie wieder einiges auf die Beine gestellt. Danielle Diaz rockt hier hoch über den Bergen und wird kräftig angefeuert.

Wieder unten angekommen, bleiben wir beim kunterbunten Gayphoria & Vogue Club aus Koblenz hängen. Nicht etwa, weil wir DJ Fräggel kennen, sondern weil es hier einfach so nett ist!

Unser Highlight ist das 90er-Set von DJ Hell auf dem Classic-Floor, unabhängig davon, was rundherum passiert. Der International Deejay Gigolo steht für sich und seine ganz eigene Art.

Danach gibt es ein wenig Berghain-Feeling bei Ben Klock im Century Circus.

Wir beenden unsere Rundreise für diese Nacht bei Aka Aka feat. Thalstroem live. Unzählige leuchtende LED-Kugeln schweben von der Decke, während die drei Jungs heftigst mit der Crowd im House of House ausrasten.

Samstagabend sind wir wieder zurück im Nature-One-Land. Um die Musik drumherum gilt es einiges zu entdecken: Rave Clothing, den Stand von Eve & Rave und der Medienlounge mit sunshine live, Das Ding, Jugend gegen Aids uvm.

Tue Gutes und rede darüber: Wer bei Viva con Agua seine Bons spendet, hilft damit, Brunnen in Dritte-Welt-Ländern zu bauen. Der Betrag wird dann noch einmal von den Veranstaltern verdoppelt!

IMG_3724Nach einem Abstecher in unsere Lieblingslocation und Sascha Braemer an den House-of-House-Decks, geht es zum Classic Terminal. Jam spielte gerade den letzten Track in Erinnerung an Mark Spoon und übergibt an Hooligan, dem die Freude auf sein Classic-Set ins Gesicht geschrieben steht.

Auf der Pressekonferenz um Mitternacht berichtet Oliver Vordemvenne von I-Motion von einem erneut friedlichen Festival. Die Stadt Kastellaun hat die Raver mit offenen Armen empfangen.

Übrigens ist es eine Besonderheit der Nature One, dass man auf dem Campingplatz seinen Wagen direkt neben dem Zelt abstellen kann!

Tom Novy hätte -laut Sven Schaller von I-Motion- seine Wette eingelöst und seinen dritten Gig in dieser Nacht als Frau verkleidet absolviert.

Der eigentliche Höhepunkt ist allerdings eine Frau, die unerwartet ein Kind auf dem Campingplatz zur Welt gebracht hat, ohne vorher zu wissen, schwanger zu sein. Dem Baby sei auf jeden Fall die Nature-One-Erstausstattung und Gästeliste auf Lebenszeit sicher. Was für eine unglaubliche Story!

IMG_3737Nach solchen News kann das riesige Feuerwerk und traditionell NatureOne Inc. folgen.

Wir feiern laut und schwitzig im Acid-Wars-Bunker bei Sorgenkint und Crotekk live und dann wieder Open Air bei Dune auf dem Classic Terminal.

Diese Nacht im Hunsrück ist ganz schön kalt! Aber dafür gibt es ja den Century Circus, um sich so richtig bei Klaudia Gawlas aufzuheizen. Hier steckt Power drin und wir bleiben bei Fatima Hajji und Pappenheimer b2b Kerstin Eden.

Draußen ist es mittlerweile hell, als wir mal wieder über den Classic Terminal stolpern. Gerade zur richtigen Zeit, denn Man at Arms gibt seine Techno-Klassiker zum Besten.

IMG_3765Für Nacht | Hell bedeutet es, Nature-One-technisch nach Hause zu kommen, in der aufgehenden Sonne bei DJ Dag auf dem Open Air Floor zu tanzen. Ein Moment, der lebenslang in Erinnerung bleibt und jedes Jahr wieder für Gänsehaut sorgt.

Sonnenfrau

Bildergalerie: https://flic.kr/s/aHsm2d8526

Videos:

Stefan Dabruck: https://youtu.be/tDC-cYLhUhY

Pressekonferenz: https://youtu.be/t1tuWzG2Zzk

Dune: https://youtu.be/ZJHDNr8B_24

 

Gold zum 20. Jubiläum – Nature One 2014

4 Aug

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWie passend zum diesjährigen 20. Jubiläum: Kurz vor dem Festival meldete I-Motion, dass die Nature One unter dem Motto „The Golden 20“ mit 72.000 Karten zum ersten Mal ausverkauft wäre. Das bedeutete bereits im Vorfeld Gold für den Veranstalter. Reine Besucher des Campingplatzes sollten aus Kapazitätsgründen bitte nicht anreisen. Ja, es gab sie wirklich in der Vergangenheit, die Leute, die gar keine Eintrittskarte hatten und mit einer eigenen Bühne und Musik nicht ein einziges Mal den Campingplatz verließen. Das hat mit dem eigentlichen Event nichts zu tun! Alle anderen konnten bereits ab Donnerstag, 31.07.2014 den Weg ins Hunsrück antreten, um schon beim Mixery Opening mit dabei zu sein und an vier Tagen und drei Nächten möglichst viel von den 300 DJs und Live-Acts mitzubekommen.

Dieses Jahr war es auch für mich ein Jubiläum: Nature One die 15. In den Jahren habe ich einige kommen und gehen sehen. Was hatte sich konkret geändert? Die Location wurde natürlich immer weiter ausgebaut bzw. vergrößert und die Musikstile unterliegen einem ständigen Wandel. Doch es gibt tatsächlich Leute, die es im wahrsten Sinne des Wortes „ganz nach oben“ geschafft haben und jetzt selbst als DJ oder Stagemanager auf den großen Bühnen aktiv sind. Früher haben sie als junge Raver auf den Floors gefeiert und werden nun zu Recht bejubelt. Eins ist für alle, die noch dabei sind, geblieben: Die Liebe zur elektronischen Musik in all ihren Facetten.

Zu Beginn entdeckten wir Freitagabend im Eingangsbereich einen Trend 2014: Turnbeutel mit Aufschriften wie Rave, Techno und mehr wurden von Stick That an ihrem eigenen Stand angeboten. T-Shirts, Tops und Aufkleber ergänzten den handmade Stuff. Nacht | Hell entschied sich für „Sexy Rave Gurke“.

Stefan Dabruck heizte gerade die Meute auf dem OpenAirFloor ein. Zu diesem Zeitpunkt, 21 Uhr, war schon viel los. Im Anschluss daran ging es für ihn zu seinem Label-Floor: WePLAY präsentierte sich zusammen mit BUCK ROGERS auf dem zweiten Berg links, der schon von weitem durch riesige weiße Ballons zu erkennen war. Dort spielte Stefan nicht selbst, sondern ließ anderen Künstlern den Vortritt. Es gab ein großes Wiedersehen mit den WePLAYern Falko Niestolik, Jean Elan, Brockman & Basti M und Tocadisco.

Am Samstag wurde uns die Weitläufigkeit der alten Raketenbasis Pydna in Kastellaun bewusst, das gesamt genutzte Gelände betrug 2014 stolze 350.000 qm. Über dem Golden20-Floor thronte eine überdimensionale Geburtstagstorte mit goldenen Kerzen, mit dabei Jungs der 1. Stunde, wie Charly Lownoise & Mental Theo und Hooligan.

Zur Nature One gehört genug Kondition dazu, um alle Floors auf den Bergen zu erklimmen. Belohnt wird man durch den fantastischen Ausblick. Leider gibt es bis heute nur kleine Tritt-Bretter, die nach oben führen. Hier müsste dringend mit festen Treppenstufen nachgebessert werden, zu oft gab es schon Stürze, die mit Nasenbluten geendet haben. Die alten Bunker sind dagegen als Partylocation wie gemacht. Hier kann wie bei Acid Wars richtig gebrettert werden.

Insgesamt gab es 23 Bühnen. Auf dem OpenAirFloor wurden die Besucher auf eine riesige LED-Wand hinter der Bühne projiziert, das sorgte für ein Wir-Gefühl bei jedem einzelnen. Der Century Circus hat eine Dimension angenommen, dessen komplette Größe man nicht mehr abschätzen kann. Brian Sanhaji spielte live, vor dem Nature One-Altmeister Felix Kröcher. Weitere harte Töne gab es von Klaudia Gawlas, die Frau mit dem Herz am rechten Fleck, Global-Player Chris Liebing und dem Lächler Marco Bailey.

Um kurz nach eins startete das riesige Geburtstags-Feuerwerk, die Berge waren überfüllt, um einen möglichst guten Platz zu erwischen und das Spektakel chillig zu beobachten. Robin Schulz, der vorher noch schweißgebadet im House of House aufgelegt hatte, gab dann noch eine Runde auf seinem Label-Floor. Die Osnabrück-Rufe folgten ihm bis auf dem Berg. Peer Kusiv tat es ihm gleich und spielte auch erst im House-Zelt live und dann bei WePLAY.

Besonders auffällig war dieses Jahr, dass viele Leute etwas mitgebracht hatten: Ob aufblasbare Gummitiere, oder auch Puppen (ja auch richtige für Kinder) bei den Jungs und Fächer und Blumenkränze bei den Mädels.

Wer selbst nichts dabei hatte, besorgte sich etwas. Bei Dominik Eulberg im House of House konnte ich meinen Augen nicht trauen und stand wortwörtlich im Wald: Sträuche, bzw. ganze Bäume wurden ausgerissen und in die Luft gehalten. Was sehr passend war, da der „Waldmensch“ Dominik, Student der Biologie ist und für seine Natur- und Tiergeräusche bekannt ist. Doch die Natur im schönen Hunsrück sollte erhalten bleiben. Mein Appell: Das nächste Mal bitte Plastikpflanzen mitbringen, die halten auch länger.

Den totalen Abriss auf dem OpenAirFloor veranstalteten DBN mit EDM-Klängen gepaart mit der fröhlichen Stimme von Cosmo Klein, was für eine Kombi! Die Masse stand drauf und folgten den Befehlen der Jungs, tausende Menschen setzten sich auf Kommando hin und sprangen dann wieder auf.

Mein favorite Set hörte ich dann im House of House beim Berliner Holgi Star. Das war eine Wohltat für meine Ohren, hier kam Underground-Feeling auf.

Dann kam der Moment, auf den ich gewartet hatte: Die Sonne ging auf und DJ Dag aus Frankfurt startete das letzte Set um 7 Uhr auf dem OpenAirFloor, der Klassiker schlechthin. Als Opener spielte er „Follow me“, das neue Release von ihm & Matthew Kramer auf WePLAY. Harmonische eineinhalb Stunden führten durch diesen besonderen Sonntagmorgen und dann zum gebührenden Abschluss.

Bei der Abreise gegen Mittag bildeten sich lange Schlangen bis zur Autobahn und es dauerte ewig, bis man die erst mögliche Auffahrt erreichen konnte. Als wir dann unterwegs von heftigen Regenschauer inklusive Aquaplaning überrascht wurden, wurde uns erst einmal bewusst, wie stimmig alles vor Ort war.

Sonnenfrau

Bildergalerie: https://www.flickr.com/photos/97588792@N03/sets/72157645760886468/

Videos:

Falko Niestolik: http://youtu.be/zKTa8jCIfH4

DJ Dag: http://youtu.be/nP5NHwl9feI

Ruhr In Love – Schmetterlinge im Bauch

21 Jun

RLRIL1RLRIL2RLRILBilder(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Rave On Snow 2003

17 Dez
Auf nach Österreich zum 10-jährigen Rave-on-Snow-Jubiläum! Los ging es schon am Donnerstagabend mit dem Stolle-Bus ab Düsseldorf. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten (Batterie leer) startete der Partybus durch die Nacht mit zwei Stopps in Köln und Frankfurt zum Winterevent des Jahres. Wie gewohnt mit lauten Technobeats und extrem krassen Sprüchen versorgte Stolle die Raver. Nach über 14 Stunden landete der voll besetzte Extrembus in Saalbach. Mit Memberpässen ausgestattet, die Zugang zu allen Techno-Locations ermöglichten, war erst mal Relaxen in den Hotels und Pensionen angesagt.

Die Enttäuschung, dass kein Schnee lag, war nicht so groß, denn die Vorfreude auf dass, was einen erwartete, war größer. Am Abend trafen sich alle Rave-On-Snow-Sympartysanen auf dem Dorfplatz und wurden von fetten Beats und einer Matrix-Lasershow empfangen. So startete das Feierwochenende mit Sets von u.a. Hooligan, Tomcraft und Chris Liebing Open Air.
Vom Tanzen aufgewärmt und in Feierlaune, ging es dann weiter in die sechs verschiedenen Locations. Jeder traf hier auf seine speziellen Favourites in Form von elektronischer Musik. „Schranz“ oder auch einfach nur Techno gab es vom Allerfeinsten im Deck 7, einer Tiefgarage. Freitag nacht war hier der Stammheimfloor und u.a. ließen Pascal Feos und Chris Liebing die Menge vergessen, dass es Winter war, es ging so ab, dass der Schweiß lief.
Electro-Köstlichkeiten gab es bei den „Fumakillas“ in der Arena, einfach die Treppen runter und Clubstimmung genießen war hier die Devise, mit u.a. Funk D´Void, Autotune live und Woody. Nach extrem kurzen Schlaf konnte es keiner mehr abwarten, endlich oben auf dem Schattberg zu sein und dieses besondere Rave-On-Snow Feeling zu genießen.
Dick eingemummt und mit Sonnenbrille stürzte man sich, oben mit der Seilbahn angekommen, ins Vergnügen. Lexy und Domenic D ´Agnelli waren die DJs on air, hier ließen sich alle von dem Sound mitreißen. Nach ein paar Glühweinen, Smirnoff Ice oder bei Einigen sogar Champagner, war die Stimmung so aufgeheizt, dass ein paar Partypeople sich die Klamotten vom Leibe gerissen haben.
Zu Lachen gab es auf jeden Fall genug, outfit- und kostümmäßig wurde einiges geboten. Direkt weiter ging es dann schon am späten Nachmittag auf dem Dorfplatz. Der jetzt DJ, aber immer noch Frauenschwarm Howard Donald war u.a. am Start, später wurde es dann wieder härter, u.a. mit Sets von Sebbo und Toni Rios. Der Höhepunkt des Abend was das gigantische Feuerwerk zum 10-jährigen Rave-On-Snow-Geburtstag.
Für Samstagnacht hatte ich mir – wie die Meisten – vorgenommen, alle Locations zu erkunden und nichts auszulassen. Noch dazugekommen war in diesem Jahr der Club Classix, hier rockte es extrem um 2 Uhr, Märtini Brös brachten mit ihrer Liveperformance viele um den Verstand. Weiter ging es durch die Berger`s Galerie, das Castello und Kings. Im Bad Alpin Club, dem Kufa Floor für diesen Abend, gab es fast keinen Einlass mehr, der platzte aus allen Nähten.
Weiter ging es in den nahegelegenen Coccon Club Floor im Deck 7 zu Frank Lorber und Toni Rios. Dem Morgen entgegen blieb ich, wie viele andere in der Arena hängen, hier ging es länger als ich bleiben konnte.
Schweren Herzens ging es hoch ins Zimmer, Köfferchen packen und ab nach Deutschland. Ich hatte sie erlebt, die geilste Party jenseits der 2000 Meter und freue mich schon auf 2004, wenn es dann am zweiten Dezemberwochenende wieder heißt: „der Berg ruft!“.
(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)