Tag Archives: elektronische musik

Neuerungen beim DOCKLANDS Festival 2017 – Thomas Pieper über die technoide Canal-Stage 

30 Mai

IMG_5740„Ehrliche elektronische Musik fernab von irgendwelchem Kirmespopsound“ präsentiert das DOCKLANDS Festival in Münster. Am Samstag, 17.06.2017 geht´s bereits um 12 Uhr open air los und abends in den zahlreichen Clubs weiter. Nacht | Hell hat vorab den langjährigen Macher der elektronischen Musikevents in Münster – Thomas Pieper – kontaktiert, der auch das DOCKLANDS veranstaltet und ihm die Neuerungen entlockt:

Hey Thomas, ich habe das Video gesehen, indem du den neuen zusätzlichen Floor tagsüber präsentierst. Sieht ja aus wie am Beach! Woraus ist die Idee dafür entstanden? Wonach habt ihr die Künstlerauswahl dort gerichtet?

Thomas Pieper: Die Idee schlummerte schon Jahre in uns, nur war die Umsetzung aufgrund der vorherigen Nutzung der Fläche nicht möglich. Nun, da feststeht, dass auf diesem Areal voraussichtlich ab 2018 der neue Coconut-Beach entsteht, haben wir die Chance ergriffen und uns das Gelände nur für das DOCKLANDS Festival vorab gesichert. Warum? Weil wir unseren Gästen schon tagsüber ein breiteres Spektrum elektronischer Musik präsentieren möchten. So werden auf der Canal-Stage eher technoidere Klänge zu hören sein. U.a. spielen dort Oliver Koletzki und Stephan Bodzin „live“.

Koletzki

Oliver Koletzki

Das DOCKLANDS (Day & Night) ist in den letzten Jahren immer mehr gewachsen. Welche Herausforderungen sind zu meistern und was liegt dir speziell am Herzen?

Thomas Pieper: Im Vergleich zu den Vorjahren erhöhen wir 2017 nochmals unsere Kapazität von bisher 12.500 auf jetzt 15.000. Für ein Festival, welches ausdrücklich ehrliche elektronische Musik fernab von irgendwelchem Kirmespopsound präsentiert, ist das eine achtbare Größe. Die größten Herausforderungen liegen in diesem Jahr sicherlich im Bereich der technischen/logistischen Umsetzungen, da wir ja nicht nur ein neues Areal, sondern auch zwei komplett neue Bühnen bekommen. Vor allem die Mainstage ist wirklich beeindruckend!

Im Endeffekt bietet ihr den Besuchern rund um die Uhr Programm mit 100 Künstlern und drei Open Air Stages. Abends geht es in zehn Clubs weiter. Mit dabei u.a. Fritz Kalkbrenner (live), Aka Aka feat. Thaelstroem, Andhim, Andreas Henneberg, Claptone, Dominik Eulberg, Sascha Braemer, Moonbootica, Speedy J, Âme (DJ), Magdalena, Junge Junge, Tim Engelhardt uvvm. Welchen Tipp gibst du den Leuten, diesen Partymarathon bestmöglich zu genießen?

Thomas Pieper: Vor allem nicht überpacen ;-). Ruhig mit einem Wasser in den Tag starten, nicht schon um 12 Uhr den Hardalk in sich reinkippen und ausreichend essen. Zudem haben wir durch das neue Areal am alten Stadthafen zwei schöne Chill-Out-Bereiche am Wasser, wo man zwischendurch wunderbar entspannen und Pausen einlegen kann. Das war in den letzten Jahren tagsüber nicht so möglich.

Jetzt mal unter uns: Auf welche Acts freust du dich persönlich besonders und wirst du selbst Zeit finden, den Sets zu lauschen?

stephanbodzin

Stephan Bodzin

Thomas Pieper: Wie immer bin ich mitten im Geschehen und werde mir möglichst viele Künstler anschauen. Bei der Anzahl und Vielfalt an Acts fällt es mir schwer, jemanden Bestimmtes zu benennen. Ich freue mich natürlich immer auf Acts, die noch nie da waren. Das wäre in diesem Jahr z.B. Stephan Bodzin!

Wenn du an das letzte DOCKLANDS zurückdenkst, welcher Moment bereitet dir immer noch eine Gänsehaut?

Thomas Pieper: Als der von mir sehr geschätzte Solomun zum Abschluss „The Doors“ gespielt hat, das war schon fett!

Danke Thomas. Dir und deinem Team viel Erfolg und Sonnenschein. Wir freuen uns auf das DOCKLANDS 2017!

Thomas Pieper: Danke Dir, liebe Michelle!

Sonnenfrau

Rest-Tickets gibt es noch unter: https://docklands-festival.ticket.io/cw4q2ahk/?

Nacht-Helle Reviews der letzten Jahre inklusive Bildergalerien & Videos:

2016: https://nachthellde.wordpress.com/2016/05/31/papierschnipselregen-beim-docklands-festival-2016/

2015: https://nachthellde.wordpress.com/2015/06/14/docklands-tag-und-nacht/

2014: https://nachthellde.wordpress.com/2014/06/01/bunter-mix-beim-docklands-festival/

Tag | Hell – Für mehr Gefühl

13 Okt

Michelle_SpreeEine der ersten Erfahrungen, die ich mit elektronischer Musik machte, war das damit verbundene Gefühl. Wie der Sound mich berührte, tief drinnen und das ganz ohne Text. Es war, als ob etwas in mir angeknipst wurde, was die ganze Zeit da war und nun endlich zum Vorschein kam.

Auch auf körperlicher Ebene konnte ich die Musik spüren.

Die Verbindung dieser beiden Komponenten vereinigt zu einem Lebensgefühl:

„Not everyone understands house music, it’s a spiritual thing, a body thing, a soul thing“ Eddie Amador

Bereits vor längerer Zeit sind mir Parallelen von elektronischer Musik und dem eigenen Innenleben aufgefallen. Durch die Musik habe ich den Zugang erhalten und angefangen mich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen. Die daraus gewonnen Inspirationen möchte ich teilen mit -> Tag| Hell – Für mehr Gefühl.

Denn das Leben ist zu kurz, um sich selbst zu begrenzen und Dinge nicht auszusprechen!

Eure Sonnenfrau

Blick hinter die Kulisse

4 Aug

spiritualitat

„Fand es schon immer spannend, hinter die Dinge zu schauen. Für viele ist z.B.: elektronische Musik einfach nur „Bum Bum“ ohne Text und Gefühl. Musik muss man fühlen. Entweder hat man einen Zugang oder nicht. Genauso ist es, wenn man sich mit dem Thema Spiritualität beschäftigt, wenn man offen dafür ist. Bin unglaublich dankbar, für die spürbaren Erfahrungen der letzten Jahre.“

Sonnenfrau

Vier Locations: Elektronische Klubnacht – Ruhr Nachrichten

20 Okt
Einen Tag vor der Grusel-Attacke mit Gespenstern und Kürbissen an Halloween können am Samstag (30.10.) ab 23 Uhr noch einmal alle Kräfte bei der Elektronischen Klubnacht mobilisiert werden und die hat es in sich.
 
In vier Clubs hat man die Möglichkeit, für zwölf Euro zu feiern. In dieser Nacht vereinen sich die Suite 023 (Schwanenwall 23), der Bakuda Klub (Weißenburgerstraße 8), das Tanzcafé Hösel (Reinoldistraße 2-4) und das Royal Bambi (Kirchderner Straße 41).
 
Artikel weiterlesen auf ruhrnachrichten.de:

Mount Sims – Der heiße Gigolo

11 Dez

Mount Sims, der mit bürgerlichen Namen Matthew Sims heißt, stammt aus Milwaukee, einer Stadt im Osten der USA. Als Kind wuchs Matthew in einer Musikerfamilie auf, seine Mutter schenkte ihn eine Gitarre und einer seiner Brüder vererbte ihn seine umfassende Plattensammlung mit 500 Vinyls. Mr. Sims spielte in vielen Bands und schon damals waren für ihn die verschiedenen Styles von Rock, über Hardcore-Tech, Techno und Electro-Pop nicht befremdlich, sondern inspirierend.

Er arbeitete mit den Smashing Pumkins, den Smoking Popes und The Promise Ring zusammen. Anfang 2000 zog Mount Sims nach Los Angeles und wurde schnell ein Teil der dortigen Techno-und Electro-Underground-Szene. Er komponierte hier sowohl für die verrückten Modeshows von Ryan Heffington Musik, als auch für den Modedesigner Grant Krajeckie. Mit seiner Musik, die Themen, wie Techno(logie) und Sex vereinigt, knüpft er dort an die postmoderne Umgebung der 80er-Jahre in L.A. an. Er selbst bezeichnet seine Musik als „Technosexual Pop“. Als DJ Hell eine Promo von Mount Sims in die Hände bekam, nahm er das Ex-Model, Freak, Produzent und Showtalent, in seine Gigolo-Familie auf. Wer die heutigen Liveshows von Mount Sims kennt, weiß, warum es heißt, Mount Sims sei nun einer der heißesten und attraktivsten Künstler der amerikanischen Techno-und Electro-Punk-Szene. Er zeigt jetzt mehr als je zuvor, seine sehr eigene Definition von elektronischer Musik, eine großen Mischung aus Sexappeal und gleichzeitiger Romantik. Nachdem Mount Sims 2002 sein Debütalbum „Ultra Sex“ auf Gigolo Records veröffentlicht hat, folgt jetzt endlich sein 2. Album „Wild Light“ (VÖ war 31.01.). “Wild Light” ist wieder ein Mix aus Techno, Electro und Punk, dazugekommen sind Waveelemente und romantische Melodielinien. Mount Sims zeigt hier mit 15 Tracks seine Lust auf Experimente und dem Mut anders zu sein. Auf seiner Album-Release-Tour wurde der heiße Gigolo von seinem Freund Jeremy Dawson begleitet, einer der zur Zeit angesagtesten DJ und Produzenten Amerikas. Zeit für uns, Mount Sims ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen:

Dein erstes Album war „Ultra Sex“, erklär uns doch mal die Entwicklung vom Debütalbum zu Deinem neuen Album. Als “Ultra Sex” fertig war, sprachen die Medien über ein neues „Electro Revival“ und das Album bekam sehr viel Aufmerksamkeit. Besonders die gemixten Effekte sind gut angekommen für alle, die gerne elektronische Musik hören. Die Leute haben Electro gehört und dieses Wort hat richtig reingeschlagen. „Ultra Sex“ ist ein Partyalbum und da gibt es einige, die ich am liebsten mag (Blue Day und Escape Hatch). Der Rest war ein Mix aus sarkastischen Songs und Sex.  Lieder, die man nicht ganz so ernst nehmen sollte. Sie sollen einfach zum Tanzen anregen und Verlangen wecken. “Wild Light“ ist dagegen ein persönlicheres Album und zeigt eine andere Seite als „Ultra Sex“. Woher ich komme, wo ich lebe, über Romantik, aber auch über Gewalt.

Was ist in der Zwischenzeit noch so für Dich passiert? Da ist so einiges passiert… Meine damalige Beziehung ist in die Brüche gegangen und dann habe ich jemanden in München kennengelernt und mich verliebt. Jemanden, dem ich meine Gefühle nicht offenbaren konnte, das war eine schwierige Sache. Das Schlimmste war allerdings der Tod meiner Mutter, die mir unwahrscheinlich viel bedeutet hat. Sie war meine beste Freundin und mein Vorbild. Als ich das neue Album geschrieben habe, habe ich darin auch diese Gefühle verarbeitet. Als Mama tot war und dann auch noch meine Beziehung in die Brüche gegangen ist, ist für mich eine Welt eingebrochen. Ich habe mich gefühlt, wie in der Wüste, total leer. Ich fand das Leben einfach grausam. Diese furchtbaren Erfahrungen haben mich für “Wild Light” inspiriert. Zu dem Zeitpunkt habe ich auch ein Buch gelesen “A Season In Hell” von Rimbaud, das mich ein wenig über den Tod getröstet hat, es ging um Wiedergeburt. Es gibt immer eine Hoffnung!

Deine ganze Familie war ja auch sehr musikalisch. Stimmt es, dass Du viele Musikinstrumente spielst? Ja ich kann 20 verschiedene Musikinstrumente spielen, yeah!

Warum interessierst Du Dich gerade so für elektronische Musik? Ich bin mit Kraftwerk aufgewachsen und habe zwischen Chicago (Traxx Records, großartige Housemusik, Frankie Bones) und Detroit (Plastikman, Detroit Tech) gelebt.

Ist es richtig, dass Du früher gemodelt hast? Ja, aber das ist nicht mehr so wichtig, würde ich jetzt auch nicht mehr machen. Bitte die nächste Frage!

Wie ist der Kontakt zu Gigolo Records entstanden? Mit Hell bin ich über´s Internet in Kontakt getreten. Ich habe ihn 3 CDs mit über 80 Songs geschickt und da müssen ihm einige gefallen haben.

Sex ist in Deinen Songs ein großes Thema, ein weiterer Punkt gut zum Gigolo-Image zu passen? Ehrlich gesagt habe ich mir vorher nie Gedanken über die Gigolosache und Sex gemacht. Gigolo ist für mich ein Ort, wo ich Underground leben kann. Bei Gigolo sind viele Künstler, die es nicht überall gibt, halt sehr spezial. Das passt einfach gut.

Zu Deinem neuen Album gab es eine Tour. Mit wem warst Du unterwegs? Die Tour hat größenteils einen riesigen Spaß gemacht. Ich mag es live zu performen. Allerdings gab es auch einige Clubs, die es nicht kannten, mal was anderes als puren Techno zu hören. Zu diesem Zeitpunkt hatten Jeremy und ich auch nicht die sexy Tänzer, das hat mit “Wild Light” auch nichts zu tun. Es ist echt witzig, dass die Leute so auf Tänzer abfahren, selbst zu purem Techno. Ich habe mich selber gefragt, ob sich die Leute wohl wirklich für die Musik interessieren oder für andere Dinge…

Wie waren die Tourstopps in Deutschland für Dich? Wo warst Du? Ein besonderes Erlebnis? Deutschland ist mein Lieblingsland. Die Leute sind sehr gut über die Musik informiert und wissen was gerade so abgeht. Bei meinen Auftritten haben mich die Partypeople gefragt, welche Programme ich benutze, die sind mit sehr viel Aufmerksamkeit dabei. Wir waren in Berlin, München, Düsseldorf… an alles kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich war mit der Person unterwegs, in die ich mich vor 2 Jahren verknallt hatte, bei den Auftritten habe ich ihm bei dem Song „Restless“ immer tief in die Augen geschaut.

Feiern die Deutschen anders, als die Amerikaner? Die Deutschen feiern ehrlicher als die Amerikaner und kennen sich einfach besser mit der Musik aus. Sie sind der elektronischen Musik offen und nehmen neue Sachen an. In Amerika ist alles mainstreamiger, Rock´n Roll ist da immer noch sehr gefragt.

Erzähl uns was über Dein Leben in den USA! Ich schreibe jeden Tag Musik, dann bin ich zufrieden. Ich mache Remixe, produziere und schreibe Texte. Ich lese viel, trinke Tee mit meinen Freunden und spreche mit ihnen darüber, wie groß die Chance ist, dass Bush einen Herzinfakt bekommt. So viel auf Parties gehe ich gar nicht mehr. Ach ja und ich gebe sehr viele E-Mail-Interviews *g*.

Von Deinem neuen Album „Wild Light“ ist der Song „No Yellow Lines“ in vielen Clubs schon rauf und runter gespielt worden. Was sind Deine Lieblingssongs auf „Wild Light“? Wie “No Yellow Lines” sind viele von der Art und Weise. Mein Lieblingssong ist: “Restless”, in dem Lied geht es um Sandro. “Ashes” mag ich auch sehr.

Wie ist der Titel „Wild Light“ entstanden? Mein bester Freund Elad Lassery hat dem Album diesen Namen gegeben. Es handelt von der magischen Kraft und der unkontrollierbaren Natur des Lebens

Warum gab es immer wieder Verzögerungen bis es veröffentlicht wurde? Das weiß ich nicht, ich habe es letztes Jahr im Sommer im Juni produziert.

Gibt es etwas ganz neues, was auf „Wild Light“ zu „Ultra Sex“ neu und ganz anders ist? Ja ich habe Ambient-Musik zum ersten Mal mit reingebracht

Welche Singleauskopplungen sind geplant? “Ashes” wird die nächste Single sein….

Magst Du nur düstere Musik? Nein nicht nur,  ich mag Musik, die Emotionen weckt. Ob abgefuckte Punkmusik, düstere oder fröhliche Musik. Doch wenn es ums Hören geht, mag ich am liebsten leichte Musik, denn um uns herum, ist es manchmal schon düster genug.

Wirst Du auch in Zukunft mit Gigolo zusammenarbeiten? Ich möchte immer mit Gigolo zusammenarbeiten, so lange, wie sie wollen.

Was hast Du Dir persönlich für die Zukunft vorgenommen? Im Mai werde ich nach Berlin ziehen, um mit meiner großen Liebe zusammenzusein und ich werde neue Alben produzieren. Ich habe eine Show geschrieben, welche ich in LA, NYC und vielleicht in Europa performen möchte.  Jetzt schreibe ich schon an den kommenden zwei Alben, eins wird das Follow up zu “Wild Light” sein und das andere ein Minimal Techno-Ambient Album.

(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Terence Fixmer – Angefixt von elektronischer Musik

4 Nov

 

Terence Fixmer hat 1999 HELL´s „This Is For You“ geremixt und seine zweite EP auf Gigolo released mit dem Titel “ Electric Vision“, das waren die Anfänge von ihm und Gigolo. Wir haben Terence Fixmer zu seinen „Roots“ befragt und was er in Zukunft noch so vor hat.
 

Wann bist du das erste Mal mit elektronischer Musik in Kontakt gekommen? Daran kann ich mich gar nicht mehr richtig erinnern… da war ich noch zu jung, ich kann mich nur daran erinnern, als ich angefangen habe elektronische Musik zu hören. Ich habe mich selber gefragt, was für Instrumente die wohl benutzen um so einen Sound zu erzeugen und mich dafür interessiert. Ich habe mich schon immer für Bands wie Depeche Mode, Front 242 , Nitzer Ebb und die Belgischen New Beat interessiert.

Seit welcher Zeit machst du Liveacts? Wann zum ersten Mal? Mein erster Liveact ist 8–9 Jahre her, aber die ersten Male war es für Freunde auf einer Privatparty. 1992 habe ich eine Platte mit einem Freund gemacht, das Projekt hieß: Cyborg on DikI rec (Belgien); die Platten waren in Belgien und Nord-Frankreich erfolgreich.

Warum bist du nach Berlin gezogen? Ich bin nach Berlin und dann wieder zurück nach Frankreich gezogen. Ich mag Deutschland, besonders in Bezug auf die elektronische Musikszene. Deutschland ist ein sehr offenes Land, hier habe ich auch meine Freundin gefunden, eine Deutsche. Am Anfang war es mir hier zu kalt. Aber nach einiger Zeit, als ich mehr Freunde hatte, habe ich das Leben in Berlin besser verstanden und zu lieben gelernt. Nun bin ich nach Frankreich zurückgezogen, weil ich die Stadt Lille vermisse und natürlich meine besten Freunde und meine Familie. Aber ich behalte es bei, so oft wie möglich in Berlin zu sein.

Wann bist du das erste Mal mit Gigolo in Kontakt gekommen? Nachdem ich „Electrostatic „ auf meinem eigenen Label Planete Rouge veröffentlicht hatte, hat Hell mich angerufen, den Track für Gigolo zu lizenisieren, so fing es an.

Was war deine beste Party in Deutschland? Das kann ich nicht sagen, da waren viele gute Partys in Deutschland, sowohl in kleinen Clubs, als auch auf großen Events. Besonders mag ich die Gigolo Parties am Sonntag der Love Parade.

Was können wir von dir in Zukunft erwarten? Ich veröffentliche gerade mein neues Projekt, das Album heißt: „Fixmer/Mccarthy: Between the Devil…“. Dies ist eine elektronische Band mit dem Sänger von Nitzer Ebb, Douglas Mccarthy . Er gibt meiner Musik seine Power-Stimme. Ich war immer ein Fan von Nitzer Ebb, so ist es für mich ganz toll, dass er zu meiner Musik singt und ich bin stolz das geschafft zu haben. Es zeigt, wie verrückt manchmal alles ist und welche Überraschungen das Leben noch offen hält. Sonst werde ich noch eine Terence Fixmer Single releasen, Ende September auf Citizen Records (Vitalic label), und vielleicht noch ein persönliches Album vorbereiten…

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Hell – Amerikanische Muskelspiele

4 Jun
Der Gigolo-Boss gab seine Pläne für 2004 preis und plauderte aus dem Nähkästchen.
 

Wir sind ganz überrascht über deine sehr kurzen Haare. Bei Frauen sagt man, dass eine neue Frisur Veränderung im Leben heißt. Trifft das auch bei dir zu? Bei Männern ist das ähnlich, es war mal wieder Zeit.

Von deinem Set an der Siegessäule letztes Jahr zur Love-Parade spricht man noch heute. Im Bezug zu den deutschen Großveranstaltungen: Was bedeutet die Mayday für dich?
Mayday ist und bleibt die Mutter aller Großraves.

Zu dem Zeitpunkt letztes Jahr im Sommer hat dein Remix von P.Diddys „Let´s Get Ill“ total eingeschlagen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Das Original war schon unschlagbar, für mein Verständnis einer der Keysongs in 2003 und dafür musste noch ein Remix für deutsche Hörgewohnheiten in die Clubs, selbstverständlich auf Gigolo. Daddy´s Favorite war dann auch mein Remix.

Du wirst immer häufiger in Berlin gesichtet. Wohnst du jetzt in der Hauptstadt? Was macht München und dein Büro dort? Was ist mit Traunstein? Gigolo wird seine Produktion nach Berlin verlegen, dafür gibt’s viele Gründe, wirtschaftliche Überlegungen und klare Zeichen aus Berlin, denen ich folgen werde. Mein Hauptwohnsitz bleibt im schönen Bayern.

Warum ist dein Club – die Villa in Traunstein – geschlossen? Alle Geschichten waren erzählt und nach 3 Jahren geht’s auf zu neuen Ufern. Am 1. April eröffnet meine neue Clubnacht in München. Das Motto wird wie immer heißen“ Bavaria Gigolo Nacht“. Ich führe dann durch den Abend und werde jeden ersten Donnerstag 4 Stunden hinter den „wheels of steels“ verbringen.

Deine Welt-Tour heißt : „Let´s fucking Rock“, warum? Der Titel liefert Dir schon die Antwort!

Warum hat die Produktion deines Albums „New York Muscle“ dich in dieser Stadt so stark geprägt? Was sagt der Titel aus?
Natürlich ist NYC eine Inspirationsgrundlage für eine solch große Geschichte, mehr Input und Information kann Dir kaum eine andere Stadt der Welt bieten. Mein nächstes Album könnte ich mir nach Munich Machine und NY Muscle in Berlin vorstellen. Man muss eben immer die Zeichen der Zeit erkennen.

Wie ist so eine Tour für dich, wie fühlst Du dich dabei? „On da road again“. DJ zu sein heißt doch auch „Never ending world tour“. Das Reisen gehört zum Tagesgeschäft, auch wenn man sich nur schwer daran gewöhnen kann, es wird immer weitergehen, Musik als Träger von Ideen oder besser gesagt – alles für die Kunst.

Auf welche Länder und Städte freust du Dich am meisten und warum?
Highlights bleiben die Metropolen wie Barcelona, Berlin, New York, Tokyo. Zum Schluss der Tour wird abgerechnet und ich werde wie jedes Jahr meine persönliche Top 3 festlegen.

Was ist an dem Gerücht dran, dass du mit dem Playboy zusammengearbeitet hast, was ist da entstanden?
Zum 50. Geburtstag durfte ich eine Mix Compilation für den Playboy zusammenstellen. Im Großen und Ganzen werden auf der Mix CD meine Personal Italo Disco Hits zusammengeführt. Das Ganze soll vor dem Sommer im guten sortierten Fachhandel erhältlich sein, Arbeitstitel – Playboy heaven – DJ Hell.

Wie stehst Du zur Pornografie? Es gibt ein Gerücht, dass du schonmal Pornos gedreht hast? Es gibt immer noch Felder, die auch für mich Neuland bedeuten, aber keine Angst, ich mach immer das Licht aus. Es gibt Tendenzen, die sich in Richtung erotischer Natur bewegen was meine Filmaktivitäten betrifft. Sex und Gigolo war natürlich immer ein großes Thema vor allem in den Medien, aber keine Angst, die Gigolo-Geschichte wird im Moment aufgearbeitet und als DVD im Sommer in die Läden kommen. Es werden private Aufnahmen ebenso gefeatured wie Interviews und Tourshoots. Neue Videos gemischt mit japanischer Animation oder trashigen Partys  in Stripbars, Hotel Videos, Stunts während der Fischerspooner-Videodrehs in LA., Kittin und the Hacker in Mexiko mit DJ Hell und alles was das Herz begehrt. The Real Gigolo Freakshow!

Ob dreckige Technohöhle oder edler Club und Modeschauen. Hell lässt sich in keine Schublade stecken. Aber was ist dein persönlicher Look? Come as u are!

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Junior Jack – Music Is My Drug

4 Jan

Vito Lucente, anerkannter DJ und Produzent, besser bekannt unter dem Namen Junior Jack, feierte im Jahr 2000 mit seiner Single „My Feeling“ seinen internationalen, grandiosen Erfolg. Bei Pias erschienen eroberte der Track die Charts in Europa, USA und Australien. Zum ersten Mal stand ein Produzent aus den Benelux-Ländern an der Spitze der europäischen Dancecharts. Unter Junior Jacks eigenem Label Noisetraxx stellen DJs und Produzenten wie Rocher Sanchez, Mousse T, Erik Morillo und Robbie Rivera seitdem ihre Skills im Remix-Bereich unter Beweis. Junior Jacks darauf folgende Veröffentlichung „Thrill me“ im Februar 2002 entpuppte sich als Meilenstein seiner Karriere. Sein Bekanntheitsgrad wuchs und seine Fähigkeiten als Remixer und Produzent im Underground-Housebereich waren bei namhaften Künstlern wie Bob Sinclair, Moby und ATFC gefragt. Als DJ legte er weiterhin regelmäßig in legendären Clubs weltweit auf, einschließlich als Resident gemeinsam mit Kid Creme im Ministry of Sound Club. „Thrill me“ wurde zu einem riesen Clubhit und Junior Jacks unverkennbarer Sound – der eindringlich hämmernden Bassline – zu seinem Markenzeichen. Im März 2003 veröffentlichte Junior Jack unter seinem eigenen Label die Single: „Make Luv“, die weltweit über 500.000 mal verkauft wurde. „E Samba“ löste gleich darauf im heißen Sommer 2003 erneut Dancefloor-Ekstasen aus und wurde einer der Sommerhits, auf Ibiza gab es keinen Club, der diesen Song nicht zur Freude des Publikums rauf und runter spielte. Zu Beginn des Jahres 2004 steht nun endlich das lang ersehnte Debütalbum „Trust it“ an. Mit den weltweiten Clubhymnen und auch Junior Jacks aktuellem Smash-Hit „Da Hype“, gesungen und geschrieben von der Wave-Legende Robert Smith. Auf dem neuen Album gibt es neben traditionellen 4/4 Beats und den typischen gefilterten Basslines, Einflüsse aus Latin, Acid-House und Elektro, sowie Jazz-und Funkelemente. Der Song „Stupidisco“ auf Junior Jack´s neuem Album ist jetzt schon ein Liebling der DJ-Elite und ist eine Hommage an die frühen 80er. Weitere Highlights sind das eher jazzige, mit Trompeten und Piano eingespielte “The Roots”, das schwermütige “Alone” und das mit Latin-Flavours gewürzte “Hola”. Das minimal elektronische “Depression” gewährt durch hypnotische Akkorde, Acid Beats und Vocals einen Einblick in Junior Jacks dunklere Seiten, wohingegen „Love 2 U“ beweist, dass den drei bereits auf dem Album enthaltenen kommerziell erfolgreichen Singles noch weitere folgen werden. „Trust it“ erscheint bei Pias und ist ab dem 16. Februar 2004 in den Plattenläden erhältlich.

Das Cover deines neuen Albums „Trust it“ sieht ja „gefährlich“ aus! Was für eine Aussage steckt dahinter? Das ist ganz einfach. Ich vertraue in meine Musik und das ist meine einzige Droge. Seht Ihr was ich meine?!

Auf dem neuen Album hört man eine Menge verschiedener Musikstile. Aus was besteht deiner Meinung nach diese künstlerische Vielfalt? Ich mag viele verschiedene Arten elektronischer Musik (außer Trance). Ich habe das getan, wie ich fühle… Das ist auch der Grund der verschiedenen Vibes.

Das Lied „E Samba“ war letztes Jahr eines der Sommerhits überhaupt. Wie erklärst du dir diesen riesigen Erfolg ? Das war auch für mich eine Überraschung!!! Ich habe den Track nur gemacht um einen netten Groove zu haben, um den selber spielen zu können wie immer. Ich bin unsagbar glücklich, dass alle Leute, die Dancemusik mögen, meinem Vibe gefolgt sind. Respekt!!!

Wird es noch mal einen neuen Remix Deines Megahits „My Feeling“ geben? Wenn ihr über die Version auf dem Album „ROOM 5“ sprecht, nicht wirklich! Die Plattenfirmen fragten mich und ich tat es, warum nicht?! Die Idee war gar nicht so schlecht.

Du produzierst und legst auch unter anderen Namen auf. Verrat uns doch mal welche! Bevor ich viele Namen benutzt habe, arbeitete ich seit 3 Jahren nur unter dem Namen Junior Jack, vielleicht weil ich mir nicht sicher über meine Musik war. Aber als ich im Studio war und mein neues Album produziert habe, habe ich 20 Tracks gemacht und als ich fertig war, habe ich sie mir angehört und 14 Stücke für mein neues Album rausgepickt und zwar die, die mich am Besten repräsentieren. „Make luv“ war eines der Lieder, welches ich nicht ausgesucht hatte, aber wir (meine Plattenfirma und ich)  haben uns dazu entschieden, es zu releasen. Das ist der Grund, weswegen ich verschiedene Namen nutze, wie ROOM 5. Nun habe ich einen Song mit Jocelyn Brown fertiggemacht, der unter dem Namen GLORY releast wird. Ein paar weitere folgen… Außerdem weiß ich, dass selber nicht so genau, dafür produziere ich zu viel!

Wie sehen im Bezug auf dein eigenes Label „Noisetrax“ die Zukunftspläne aus? Wie ich Euch eben sagte, es kommen ein paar neue Tracks, also haltet Ausschau!!!

Peace
JJ

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)