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Freche Früchte statt musikalischer Einheitsbrei – Juicy Beats 2017

3 Aug

IMG_3536Es ist Freitagabend, 28.07.2017, 21 Uhr,  und Moonbootica rocken die Electronic DJ Stage am Sandstrand. Wir haben für uns die musikalischen Rosinen, bzw. in diesem Fall die Orange rausgepickt, denn es ist wieder Juicy-Beats-Zeit.

Einmal im Jahr wird der schönste Ort der Stadt, der Westfalenpark, zum Treffen vieler frecher Früchte. Ob Indie, Pop, Hip-Hop, Reggae oder in unserem Fall Electro, dieses Festival bietet alles außer musikalischen Einheitsbrei. Wo sonst gemütliche Spaziergänge in den Blütengärten mit anschließendem Kaffee und Kuchen stattfinden, herrscht einmal im Jahr Ausnahmezustand.

Bereits seit 13 Uhr sind die ersten Floors geöffnet. Vorher erst stand Tobi Tobsen mit Fünf Sterne Deluxe auf der Mainstage der Festwiese, jetzt holt er gemeinsam mit seinem DJ-Kollegen KoweSix alles aus den elektronischen Liebhabern raus. Zeitgleich performt Hauptact CRO auf der großen Wiese. Aftershowparties, u.a. mit Musik aus Kopfhörern, locken zum Weitermachen.

Seit 1996 gibt es das Juicy Beats – das größte Festival für alternative Popmusik – bereits. Hier werden nicht einfach nur lieblos ein paar namhafte Bands teuer eingekauft und Ess- und Trinkbuden aufgestellt. Eher zeichnet sich das Festival durch seinen kunterbunten Mix aus bereits sehr etablierten und erfolgreichen Künstlern aus und Newcomern, die in liebevoller Kleinstarbeit zusammengewürfelt wurden, um ein einzigartiges Konzept zu bilden, das international längst Anklang gefunden hat.

Jeder Floor erhält sein eigenes Früchtchen, ist dadurch einfach zu finden, individuell, aber gleichzeitig Teil eines riesigen Obstsalates. Die Veranstaltung ist jedes Jahr weiter gewachsen und findet in diesem Jahr das dritte Mal bereits ab Freitag mit Camping statt.

IMG_3561Der Sprung zu Samstag ist enorm. Bei warmen Temperaturen ohne Regen platzt der Park bereits seit mittags aus allen Nähten. Durch die Weitläufigkeit des Geländes kein Problem. Hier gibt es neben der Musik auch noch so viel mehr zu entdecken, ein Spielplatz für große und kleine Kinder. Bei Fleurop z.B. können im Do-it-yourself-Verfahren frische Blumen zu einem Haarkranz gebunden werden und die Festivalfrisur steht. Auf der Kreativ.Meile unterhalb des Flamingoteiches stellen (Mode-) Künstler aus der Region ihre Produkte vor.

Und nicht nur das Kult-Getränk, das Bier „Brinkhoff´s No. 1“ läuft in Strömen, sondern auch der Riesling. Wein in Doatmund?! Ja, Dank Generation Riesling, die den Weingenuss junger Winzer aufs Festival holen. Ein großes Angebot zum Teil außergewöhnlicher Foodideen, wie vegane und afrikanische Leckereien und frischem Obst passen hier bestens hin.

Am frühen Abend verkündet Pressesprecher Martin Juhls die frohe Nachricht eines erneut sehr friedlichen und erfolgreichen Festivals. Das Medieninteresse auf der Pressekonferenz für die auftretenden Mainacts, wie Bilderbuch, Trailerpark, Alle Farben uvvm. ist groß. Allein am Samstag hat man die Auswahl an sieben Stages, 19 Floors & Aftershowparties von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr nachts.

Für Nacht | Hell ist es an der Zeit für einen Abstecher zum CusCus Techno-Floor, der Brombeere in den Blütengärten mit Chris Di Perri und Nakadia b2b Mark Jackus. Hier, neben dem Panda, schlägt das elektronische Herz.

Aber wie so oft ist auch für uns weniger mehr. Zwischendurch chillen muss sein! Nach einer Partie in den Hängematten, in der Nähe der Banane, bzw. dem Tabula Rasa Techno-Floor, finden wir unseren Höhepunkt neben den gut abgedeckten Vogelvolieren, am Platz an den Wasserbecken, der Honigmelone.

IMG_3574Der Berliner Dirty Doering (Katermukke) spielt gerade „The Age of Love“ im Solomun-Remix. Zwar ist uns das Original lieber, aber jetzt und hier liegt etwas Spezielles in der Luft: Als wir auf der Kitball-Stage tanzen, über uns die bunten Segensfahnen mit Blick auf den Florianturm, erstrahlt Dortmund in einem Glanz, den wir uns öfters wünschen.

Danke Juicy Beats!

Sonnenfrau

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Musik und Frieden im Wald – der Lachende Hans auf Reisen

29 Aug

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHeimatverbundenheit – ein Gefühl, das sich ausprägt, wenn man nicht mehr am Geburtsort lebt. So auch beim Lachenden Hans, eine ganz besondere Open Air Location, die zwei Sommermärchen lang an der Neulandstraße zauberte und seit letztem Jahr auf Reisen ist. Für den Hans ging es raus aus der Stadt -> rein in den Wald. Und ist im Waldfrieden gelandet.

Eine idyllische Location, u.a. für Goa-Parties bekannt, ca. 40 Kilometer von Osnabrück entfernt. Daniel Bruns und sein Veranstaltungsteam waren nicht die Einzigen, die einige Kilometer zurückgelegt haben, um am Samstag, 27.08.2016, ab 11 Uhr, einen Tag lang in gewohnter Lausbuben-Art und Weise zu feiern.

Dirty Doering, Juliet Sikora, Franz Alice Stern, Markus Klee, Krink, Pornbugs, Frank Kruse uvm., die Acts kamen größtenteils aus Berlin, Dortmund oder der Heimat Osnabrück. Murat Intensive aus Istanbul war kein Weg zu weit, nach der letzten intensiven Afterparty hier musste er einfach wiederkommen. Viele reisten von Osnabrück, Vechta oder Oldenburg mit der Bahn an. Von Lemförde aus gab es dann einen Busshuttle.

Und alle wurden mit strahlendem Sonnenschein belohnt. Musik und Frieden im Wald. Ein größeres Glück konnte es eigentlich nicht geben. Wer da noch was zu meckern hatte, sollte lieber zu Hause bleiben und tat das vielleicht auch. Und was machten wir?! So viel sei verraten -> Wir hatten viel Spaß!

Wie im letzten Jahr gab es draußen zwei Floors. Als wir gegen 16 Uhr ankamen, spielte gerade Headliner Dirty Doering auf der Main seinen Katermukkesound. Was für ein Start!

Der zweite Floor „Upper Hill“ wurde in diesem Jahr von Bondage-Music gehostet. Die Pornbugs brachten Dilby, El Mundo, Krink – live und die Vogelperspektive mit, da freute sich der Lachende Hans.

Die ganze Zeit über gab es mehr als genug Möglichkeiten zu chillen, ob auf den Wiesen, im Baumhaus oder auf Schaukeln. Kostenloses Wasser kam direkt aus der Quelle.

Und wie vergeht der Tag mit so vielen Vögeln auf einem riesigen Areal? Wie im Flug!

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So erlebt doch jeder selbst seine eigene Geschichte. Gewisse Dinge können nicht erklärt werden, die muss man selbst wahrnehmen: Wie das Abschlussset von Dansir und Louis Dinkgrefe. Wer die Tage und Nächte damals im Lachenden Hans mitgefeiert hatte, hat spätestens jetzt das Hans-Gefühl wieder. Oder lernte es endlich kennen!

Für alle, die nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen waren, ging es pünktlich ab 22 Uhr Indoor weiter mit Fareed Escobar, Intensive, Tom Stil und P.A.C.O. Gut so, denn mittlerweile war es schon zappenduster.

Wir machten es uns zwischendurch am Lagerfeuer gemütlich und waren gespannt auf diejenigen, die ab 3 Uhr bis zum Ende spielen sollten. Das Motto: „Wer steht, der dreht…“

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Veranstalter Dansir schnappte sich direkt im Anschluss noch einmal P.A.C.O., nach Juliet Sikora, der zweite Kitball-Vertreter an diesem Tag. Eine Symbiose, die den Hans noch bis vier Uhr am Lachen hielt.

 

 

Übrigens: Wer Nacht | Hell kennt, weiß, dass wir auch sehr heimatverbunden sind.

Sonnenfrau

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Videos:

Dirty Doering: https://youtu.be/Nu5ro7Jrdl4

Franz Alice Stern: https://youtu.be/TUGsKO0nwrw

Dansir & Louis Dinkgrefe: https://youtu.be/A8BE86uuSdA

Papierschnipselregen beim DOCKLANDS Festival 2016

31 Mai

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Papierschnipsel und Luftschlangen regnen am Samstag, 28.05.2016 vom Himmel. Bis auf zwei  Schauer bleibt es in Münster trocken. Kein stundenlanger Guss wie angekündigt. Das hat sich das DOCKLANDS verdient. Nach monatelanger Vorbereitungszeit meldet das Day & Night-Festival kurz vorher wieder „ausverkauft“. Die Leute vertrauen auf das angekündigte Line-Up.

Ab 11.30 Uhr startet der Einlass für maximal 12.000 Besucher. Wie im letzten Jahr erprobt eröffnen IN.DEED die Mainstage. Bereits um 13 Uhr steht das Berliner Duo Niconé & Sascha Braemer im Sonnenschein auf der Bühne, gefolgt vom Natur- & Tierfreund Dominik Eulberg.

Das dritte DOCKLANDS trumpft mit 90 Künstlern, 15 Club-Floors und einer zweiten Open Air Bühne auf.

IMG_8858Am anderen Ende des Geländes begrüßt Smirnoff im Sound Collective Camp die Münsteraner Cutmaster Jay & Khetama, ZOKA und Philipp Frey. Früher oder später stolpern alle am roten Musiktruck vorbei, liegt er doch direkt neben den Dixies. Mobilee-Chefin Anja Schneider bringt Newcomer Kevin Over mit. Aka Aka feat. Thalstroem rocken erst live die Mainstage und wechseln dann für ein DJ Set in Richtung Vodka.

Insgesamt kann 24 Stunden und mehr gefeiert werden. Da ist ab und zu Power-Chillen angesagt oder eine kalte Dusche mit dem Wasserschlauch in der ersten Reihe.

Ich bin überrascht von KiNK, den ich zum ersten Mal live höre. Wie es so oft ist, wenn man sich auf etwas einlässt, ganz ohne Erwartungen.

Der Mann mit der Maske Claptone, oder besser gesagt der „CRO der elektronischen Musik“ läutet die Abendstunden ein.

Einige Künstler, die tagsüber spielen, wie Moonbootica und Monika Kruse, bleiben in Münster, um die Nacht zum Tag zu machen.

Nach den letzten Claps kommt der Einzige mit einer Playtime von zwei Stunden: Headliner Solomun verströmt ab 20 Uhr Ibiza-Feeling mit Klassikern, wie „Bring it back“ von Moloko im Mix mit Donna Summer´s „I feel love“. Kein Wunder, dass der Diynamic-Mann eine eigene Dependance im Pacha hat.

Alles hat ein Ende, nur das DOCKLANDS hat mehr und noch die ganze Nacht vor sich.

IMG_8915Wer die Wahl hat, hat die Qual. Für uns geht es gezielt ins Fusion zum Monoparker Steve Stix und Sascha Braemer, der hier bereits einen Stammplatz hat.

Gerne hätten wir Mäuschen gespielt bei George Morel am Coconut Beach, Oliver Schories im Heaven und bei Acid Wars in der Sputnik Halle. Die Feiermeute verteilt sich auf die Clubs am Hafen und dem Hawerkamp. Neu hinzugekommen ist das AMP, u.a. mit A.N.A.L.

Lange Schlangen bilden sich, viele wollen „bei der Moni“ sein, wenn das Fusion dank Frau Kruse, zur Techno-Höhle mutiert.

Nacht | Hell macht noch nen Schlenker zu Dirty Doering – lost in music im Conny Kramer. Hier ist es so heiß, dass es von der Decke tropft. Und plötzlich ist er da -> der DOCKLANDS-Regen.

Sonnenfrau

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Videos:

Solomun (Day): https://youtu.be/vsz-5xnJ2Is

Sascha Braemer (Night): https://youtu.be/1Q7srFr1kA0

Ich bin dann mal OFFLINE… Die neue Art des Feierns!

27 Dez

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Die Nacht des ersten Weihnachtstages habe ich OFFLINE verbracht, auf eine neue Art. Tom Stil & Ryan Stephens hatten am 25.12.2015 in der OsnabrückHalle ein neues Festival ins Leben gerufen (Nacht |Hell berichtete, siehe Interview). Ganz stilecht könnte ich jetzt behaupten, wer nicht da war und es selbst erlebt hat, hat Pech gehabt. Dann wäre der Review hier zu Ende. Ich lasse mir es aber nicht nehmen, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern:

Die OsnabrückHalle hat sich gemacht, modern und zeitgemäß im Design. Bei mir war es ja auch schon ein paar Tage her, dass ich die Stadthalle von innen gesehen habe, 1998 beim Abschlussball der Tanzschule Hull.

Mit einer Bacardi-Cola als Begrüßungsdrink ging es die Treppen hoch in die große Halle. Hier spielte Luna Tom das Warm-Up, gefolgt von dem Musiker-Duo Stil & Bense, mit riesigen Projektionen im Hintergrund. Im Foyer wurden Merchandiseartikel angeboten, dort traf ich auf einen leicht angespannten Ryan, als Veranstalter eines Erstevents dieser Größenordnung verständlich.IMG_7181

Auf der zweiten Stage kam mit Louis Dinkgrefe hinter den Decks Dr. Vogel-Stimmung auf. Dansir stand auch endlich mal wieder an den Reglern. Eingezäunt von glitzernden Primeln vor dem DJ-Pult.

Insgesamt verlief sich die Masse aufgrund der doch recht großen Fläche. Nach und nach trudelten die Gäste nach dem Verzehr ihrer Weihnachtsgans ein.

Zur Primetime machten die Jungs von andhim ihre Faxen auf der großen Bühne und das ganze drei Stunden lang. Viele Leute hielten sich an das Motto und das Smartphone wurde auch mal in der Tasche gelassen, um die Musik im Hier & Jetzt zu erleben. Mission geglückt!

Das Geburtstagskind Sascha Braemer feierte vor seinem Set mit seiner Crew und freute sich über eine eigens designte Torte. Er nahm sich viel Zeit für den Meet & Greet-Gewinner, der das Treffen auf ebay zu Gunsten der Kinderkrebshilfe ersteigert  hatte.

Mittlerweile spielte Dirty Doering auf dem kleineren Floor. Es herrschte eine ausgelassene Clubstimmung und man vergaß, dass man sich in der sonst eher cleanen Stadthalle befand. Hier war auch der Treff der Berliner. IMG_7202Als Sascha Braemer den Katermukke-Mann in Aktion sah, entschied er sich spontan, sein Set hierhin zu verlegen.

Die letzten Stunden waren hier also in den Händen von What I Play, während nebenan auf der großen Bühne die Osnabrücker-Homies Tom Stil b2b Christopher Noble und Ryan Stephens mit den Leuten feierten.

Man munkelt, dass die Afterhour im Dr. Vogel stattgefunden hat, ganz OFFLINE versteht sich.

Sonnenfrau

Interview OFFLINE: https://nachthellde.wordpress.com/2015/12/18/lasst-uns-offline-feiern-tom-stil-und-ryan-stephens-ueber-ihr-neues-festivalformat/

Bildergalerie: https://www.flickr.com/photos/97588792@N03/albums/72157662868644015

 

Lasst uns OFFLINE feiern – Tom Stil und Ryan Stephens über ihr neues Festivalformat

18 Dez

12028754_912753285482331_1541424774605320494_oStändige Erreichbarkeit, die Reizüberflutung im Internet, gerade in der Vorweihnachtszeit laufen alle Kanäle auf Hochtouren. Da ist es doch das größte Geschenk sich zurückzuziehen, den Alltag hinter sich zu lassen und einfach zu genießen. Diese Sehnsucht haben Tom Stil und Ryan Stephens erkannt und ein neues Festivalformat ins Leben gerufen. Am 1. Weihnachtstag, 25.12.2015, startet erstmalig das OFFLINE-Festival in der hochmodernen OsnabrückHalle mit den Headlinern andhim, Dirty Doering, Sascha Braemer und Stil & Bense.

Nacht | Hell hat sich Tom & Ryan geschnappt, für ein paar Fragen unter Osnabrückern:

Hey Jungs, Ryan ist seit einigen Jahren der Kopf der SOUNDBOUTIQUE-Events in Osnabrück und als DJ bekannt. Tom kennt man eher als Musiker hinter den Decks und als Teil der Kollabo Stil & Bense. Wie ist eure Zusammenarbeit als Veranstalter des OFFLINE Festivals entstanden?

Stil_Bense_7Tom Stil: Die OsnabrückHalle ist derzeit auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte ein Festival in Kooperation mit der Halle durchzuführen. Da ich wusste, dass ein Festival dieser Größenordnung eine Menge „Know How“ bedarf und sehr viel Arbeit mit sich bringt, haben Ryan und ich uns entschlossen, das gemeinsam in die Hand zu nehmen, da wir sehr gut befreundet sind und uns schon lange kennen.

Ryan Stephens: Ja, das kann ich genauso bestätigen.

Uns ist noch der Impuls Club, als Institution für elektronische Musik, in bester Erinnerung. Nach der Schließung wurde es ruhig rund um die Stadthalle für alle Szene-Anhänger. Seit der Sanierung erstrahlt die OsnabrückHalle samt Hotel im neuen Glanz und es tut sich wieder einiges. War das ein Signal, euch hier zu engagieren?

Tom Stil: In erster Linie war ausschlaggebend, dass die OsnabrückHalle im Herzen der Stadt liegt und sie zudem die größte Kapazität an Besuchern aufnehmen kann, auch wenn wir diese bei unserem ersten Festival nicht komplett ausnutzen werden. Hinzu kam, dass die Halle sehr schön und modern umgebaut wurde. Alle Besucher, die schon damals in der Halle getanzt haben, werden diese am 1. Weihnachtstag nicht wiedererkennen.

Wir hatten uns im Sommer auf dem DOCKLANDS- Festival in Münster getroffen, wo u.a. andhim, Dirty Doering & Sascha Braemer gespielt haben. War das der Zeitpunkt Ausschau nach den Acts zu halten und zuzuschlagen?

Tom Stil: Veranstaltungen wie das DOCKLANDS nutzt man natürlich gerne, um befreundete Künstler zu treffen und Beziehungen aufzufrischen. Wir halten zu allen schon jahrelangen Kontakt, dass war beim Line-up für das erste OFFLINE mit ausschlaggebend. Ansonsten ist eine Ähnlichkeit Zufall. Sicherlich achtet man immer darauf, welche Acts momentan angesagt sind und welche eher weniger. Hinzu kommt, dass wir auf die Musik all unser Künstler abfahren und die Leute auch.

RyanRyan Stephens: Andhim & Co. sind jahrelange Freunde des Hauses SOUNDBOUTIQUE. Wir hatten die Jungs auf dem DOCKLANDS am Rande angesprochen, ob Sie Bock drauf haben, aber da hieß es leider noch: „Sorry Ryan – so gerne wir bei dir sind, wir verbringen Weihnachten bei der Familie…“ Diese „Ausrede“ habe ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und hin & her probiert, wie wir zusammen kommen an Weihnachten. Mit ein paar Tricks aus der Erfahrung haben die Jungs dann final doch zugesagt. Herzlichen Dank auch nochmal an andhim dafür an dieser Stelle!! Die restlichen Künstler haben sich erst danach aus dem Konzept entwickelt und standen zum DOCKLANDS noch nicht zur Debatte.

Was erwartet die Besucher am 1. Weihnachtstag über die Musik hinaus?

Tom Stil: Es ist eine aufwendige Dekoration geplant, deren Aufbau sich über drei Tage erstreckt. Wir arbeiten auch hier wieder mit vielen befreundeten Künstlern zusammen, die der Halle ein komplett neues Gesicht verleihen. Darüber hinaus können sich die Besucher auf zwei Floors freuen, auf denen von 22 Uhr – 7 Uhr morgens geschwitzt werden darf. Und wer nach dem fetten Weihnachtsbraten noch immer Appetit hat, wird bei uns nicht verhungern. Hinzu kommen noch einige „Spezials“, die ich aber noch nicht verraten möchte …

OFFLINE zu sein, wird ja immer mehr als Luxus empfunden. War das auch eure Idee hinter dem Veranstaltungsnamen? Wie wird das vor Ort umgesetzt?

Tom Stil: Der Name war ein Geistesblitz und kam mir auf dem Sofa beim Rechnungen schreiben und E-Mails beantworten, so nach dem Motto: „Jetzt bitte OFFLINE!“. Die Besucher sollen bei uns eine tolle Zeit haben, in der sie entspannen und den Kopf frei bekommen. Wer will, darf auch gerne sein Handy zu Hause lassen… Wir versuchen das Konzept mit einer gemütlichen Location, nettem Personal und guter Musik umzusetzen und an den Besucher zu bringen, um gemeinsam ein schönes Fest zu feiern.

Für alle Nimmersatte startet die offizielle After-Hour um 6 Uhr im Dr. Vogel. Was ist da geplant?

Ryan Stephens: Lasst euch überraschen!

Gewinnspiel: Nacht | Hell verlost ein Ticket für das OFFLINE-Festival. Einsendeschluss ist Sonntag, der 20.12.2015 um 23.59h. Was bedeutet es für dich, OFFLINE zu sein? Wie wirst du das auf dem Festival ausleben? Bitte postet eure Antwort unter unserem Aufruf auf unserer facebook-Seite. Der Gewinner wird am Montag, 21.12. bekannt gegeben. Toi, toi, toi!

Sonnenfrau

Nacht | Hell Verlosung bei facebook: https://www.facebook.com/nachthellde/

Alle Infos zum OFFLINE-Festival: http://www.offline-festival.de/

DOCKLANDS – Tag und Nacht

14 Jun

„Sweet dreams are made of this, who am I to disagree, I travel the world and the seven seas, everybody’s looking for something…“ Boys Noize letzter Mix und die bekannten Textzeilen von Eurythmics klingen noch in unseren Ohren, gefolgt vom tosenden Beifall. Der Tag der DOCKLANDS neigt sich pünktlich um 22 Uhr dem Ende zu. Das war eine krasse Zusammenstellung, die der gute alte Kid Alex dargeboten hat, abgefeuert mit bunten Glitzerschnipseln. Was am Samstag, 13.06.2015 auf der Open Air Arena am Hawerkampgelände bereits geschah:

Nach heftigen Regenschauern am Morgen eröffneten um 13 Uhr die Kitballer IN.DEED das Day & Night Festival, gefolgt von Oliver Koletzki. Der Stil vor Talent-Macher gehört zu den gern gesehenen Gästen in Münster und spielt hier mehr als regelmäßig.

Zu den Klängen von ANDHIM groovte sich die Sonne endgültig ein und blieb, bis zum späten Abend. Tausende Jungs & Mädels hatten sich vor der riesigen Bühne versammelt, um den (Uni-) Alltag zu vergessen und so richtig aus sich rauszugehen. Auf überdimensionalen Bannern tummelten sich die DOCKLANDS-Figürchen. Wer genau hinschaute fand sich selbst auch wieder.

Alle, die spontan und spät auf das Gelände wollten, hatten Pech. Bereits am Freitag verkündete der Veranstalter „Sold Out“. Glück für diejenigen, die brav ein ausgedrucktes Ticket und Geduld beim Einlass vorweisen konnten. Dann hieß es für 20 Stunden: Love, Peace, Harmony & Music.

Am frühen Abend wurden die Leute erst vom Berliner Dixon musikalisch belohnt, gefolgt von einem Live-Set von Âme, auch kein unbeschriebenes Blatt in Münster.

Die Nacht der DOCKLANDS ging auf zwölf Floors mit insgseamt 70 Künstlern weiter. Ob Deep-/ House, Elektro, Techno, Acid… man musste nur noch auswählen. Das taten wir auch und entschieden uns gegen Clubhopping und für gezielte Clubbesuche, entspannt, aber zielstrebig.

Vorbei an Damen in Roben und Anzugsträgern, die gerade ihren Abiball in der Halle Münsterland feierten, war unsere erste Station das traditionelle Jovel. Wie passend, spielten hier zwei Münsteraner Urgesteine den Beginn: Cutmaster Jay & Khetama.

Wie in Trance folgten wir dann der langen Straße zum Hawerkamp, schon immer hatte das Fusion eine starke Anziehungskraft auf mich. Warum sollte ich mich dieser heute widersetzen?!

Monoparker Steve Stix hatte dort die Zügel in der Hand und freute sich selbst, wie ein kleines Kind, auf „seine“ Artists: Eine Prise What I Play, angehaucht mit Stil vor Talent. Oder besser gesagt: Sascha Braemer, gefolgt von Oliver Koletzki und Niko Schwind.

Heiß war es, als Sascha Bramer Caje -seinen gemeinsamen Hit mit Niconé- abfeuerte. Ein beliebter Klassiker und für Sascha selbst wohl immer noch etwas, was ihm viel gibt. Diese Nacht sollte nicht dazu dienen, sein neues Album „No Home“ zu promoten, sondern für das Publikum und den Moment da zu sein. Mit Handschlag übergab der eine an den anderen Berliner: Oliver Koletzki.

Oliver wirkte, als ob er sich eine eigene Fusion-Maske aufgesetzt hatte: Er spielte für seine Verhältnisse außergewöhnlich hart und zackig. Eine ganz neue Seite von Herrn Koletzki, die auch zu ihm passte und mir sehr gefiel. Stil vor Talent auf neuen Wegen?!

Niko Schwind machte geschwind weiter, der kraftvolle Sound wurde durch die Funktion One-Anlage noch weiter unterstützt. Mittlerweile waren die Temperaturen tropisch.

Zeit für eine kurze Abkühlung auf dem Weg zum Zwerghain ins Conny Kramer. Auch hier kochte der Saal mit dreckigen Klängen. Seit 2.30 Uhr stand Dirty Doering hinter den Reglern und das DJ-Pult entpuppte sich zum Stell-dich-ein & Treffpunkt der DJs, die bereits gespielt hatten und noch ein wenig abfeiern wollten, wie z.B. Moonbootica.

Obwohl es für Oliver Koletzki bereits am nächsten Morgen zum Stil vor Talent-Festival nach Hamburg ging und Sascha Braemer auf einem Open-Air in Bonn angekündigt war, ließen sie es sich nicht nehmen, mitzufeiern. Da sind wir doch alle gleich: Geht es nicht darum, den Moment im Hier und Jetzt zu genießen. Unabhängig davon, was morgen ist?!

Sonnenfrau

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Dortmunder PollerWiesen mit Techno-Papa Sven Väth

25 Mai

Eine einzigartige Aura umgibt Sven Väth, als er um 18 Uhr hinter die frisch geputzen Turntables auf der Mainstage tritt. Junge Leute, die das erste Mal ein Set vom Techno-Papa miterleben wollen und Szenekenner, die Sven seit über 20 Jahren begleiten, haben sich gleichermaßen auf den Dortmunder PollerWiesen versammelt. Ein Junge hält ein selbstgeschriebenes Schild hoch: „Endlich normale Leute“, und hat damit des Pudels Kern getroffen: Dort angekommen zu sein, wo wir alle gerne viel öfters wären. Aber so bleibt es etwas Besonderes!

Seit 22 Jahren gibt es bereits die PollerWiesen. Vor vier Jahren haben sich die Kölner Veranstalter Oliver Hoffmann und Patrick Peiki dazu entschlossen, eine Dortmund-Edition auf die Beine zu stellen und sich dafür eine der schönsten Locations ausgesucht: Den Revierpark Wischlingen. Am Pfingstsonntag, 24.05.2015, war es dann wieder soweit: Der Andrang war groß, denn die vier Bühnen mit ihren verschiedenen Athmosphären versprachen große Freude und viel Tanz. Mit knapp 10.000 Besuchern wurde gerechnet.

Das DJ-Duo JUNGE JUNGE eröffnete um 12 Uhr die Hauptbühne am Hochseilgarten und versprühte direkt einen treibenenden Sound. Mit ihrem Hit „Beautiful Girl“ (Universal Music) beendeten die Newcomer ihr Set und übergaben an MIND AGAINST.

Für uns war es an der Zeit für einen Rundgang durch den weitläufigen Park. Vorbei an Food- und Promotionständen, mit allem was das Herz auf so einem Festival begehrt, ging es zur Hilltop-Stage. Auf der von Kittball gehosteten Bühne trafen wir auf die Dortmunder Fraktion: Ante Perry hatte bereits gespielt, Juliet Sikora freute sich auf das B2B mit P.A.C.O. um 16 Uhr. Jetzt gerade waren zwei Live-Sets angesagt, erst PAJI, gefolgt von EINMUSIK. Im Laufe des Tages haben Dirty Doering aus Berlin, ADANA TWINS aus Hamburg und der Leipziger Lexer ihren Teil zum blumigen Sound beigetragen.

Die holländische VOLTT-Stage lag wieder direkt am See. Für viele Besucher von außerhalb, die durch den Ost-Eingang auf´s Gelände kamen, die erste Anlaufstation. Hier konnte man richtig abgehen oder sich auf dem Steg des Sees ausruhen, jeder nach seiner Façon. Der Hinweis „Bitte achtet auf die Natur“ war angebracht, wurde aber auch so im Sinne aller beachtet. Interessierte Fußgänger beobachteten von der gegenüberliegenden Seite das Spektakel, ein nicht alltäglicher Anblick so eine ravende Meute! Mit Len Faki rechnete man um 20 Uhr.

Die versteckte Hidden-Stage entdeckten wir dann auch noch, Headliner hier war Nico Pusch (WePLAY / MFM-Booking), der in der untergehenden Sonne spielen sollte.

Sonne?! Ja, genau wie im letzten Jahr schlug das Wetter drastisch um und nahm einen positiven Verlauf. Morgens stand man noch vor dem Kleiderschrank und überlegte, welche Jacke man mitnehmen sollte, war diese im weiteren Verlauf völlig überflüssig: Bei angenehmen 22 Grad und super Sonnenschein.

Wenn es an diesem Tag Regen gab, dann nur aus roten Papierschnipseln auf der Mainstage. Konzentriert minimal und technoid spielte dort gerade der Alte Ego-Rocker Roman Flügel, für uns das musikalische Highlight!

Mit Wasserschläuchen wurden die hitzigen Gemüter abgekühlt, denn alle warteten auf das Drei-Stunden-Set von Sven Väth. Freaks, Friends und Macher aus der Szene drängelten sich auf die Bühne, um ganz nah dabei zu sein. Das PollerWiesen-Team bestach durch den Mix aus harter Arbeit und Spaß an der Sache, auch mal mitzufeiern war erlaubt. Verbissene Gesichter suchte man vergebens.

Eine Drohne wurde eingesetzt, um diese speziellen Momente aus der Luft im Bild festzuhalten.

Es war eine Freude, Sven zu beobachten, wieviel Freude es ihm machte, feinsäuberlich die Platten zu sortieren und die Vinyls hochzuhalten. Ein bisschen Wehmut steckte auch darin, erinnerte es doch an gute, alte Zeiten. Cocoon-Häuptling Väth gab sich klar und in sich ruhend. Es scheint, als ob er nun mit seinen 50 Jahren mehr denn je mit sich im Reinen ist. Für ihn hätte es stundenlang so weitergehen können, der Mann hat wie eh und je ein unglaubliches Durchhaltevermögen!

Um 21 Uhr war die Zeit für Marek Hemmann gekommen. Eine knappe Stunde hatte der Berliner noch für sein Live-Set. Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn´s am Schönsten ist, aber wenn es so schön ist, fällt der Abschied schon schwer.

Da half nur noch, auf die offizielle Afterhour im Dortmunder Mad-Club zu verweisen. Für die Hartgesottenen sicherlich ein Thema.

Sonnenfrau

Bildergalerie:

By Nacht |Hell: https://www.flickr.com/photos/97588792@N03/sets/72157653023037050

By Port01 Dortmund: http://www.port01.com/partyfotos/Dortmund/24.05.PollerWiesen_Festival_2015_Dortmund_Revierpark_Wischlingen_Seite3-10-58762-243.htm

 

 

 

 

 

20 Jahre Dockland – It´s all about House Music

2 Mrz

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWenn sich Bad Boy Bill mal wieder in good old Germany blicken lässt, muss schon etwas Großes anstehen. Was passt da besser, als 20 Jahre Dockland in Münster zu feiern. Am Samstag, 28.02.2015, war es dann soweit: Für 10 Euro Eintritt im Vorverkauf gab es zwei Jahrzehnte Wahnsinn mit 13 DJs im Fusion und Conny Kramer.

Aufgewärmt von lockeren House-Sounds von den CREATIVE PRIMATES, besser bekannt als die Dockland-Legenden Cutmaster Jay & Khetama, fieberten alle dem Auftritt von Bad Boy Bill entgegen.

Lange hatten wir Songs wie „Forever More“ von Moloko und „At Night“ von Shakedown nicht im Club gehört, doch in dieser Nacht war das Motto: „It´s all about House Music“.

Als die Legende aus Chicago sein Old-School-Feuerwerk mit den berühmten Lyrics abfeuerte, wusste jeder, wohin die Reise führt: „In the beginning, there was Jack, and Jack had a groove, and from this groove came the groove of all grooves, and while one day viciously throwing down on his box, Jack boldy declared, let there be house and house music was born.“

Das Münsteraner Publikum – von Leuten mit Skateboard auf der Tanzfläche bis hin zu Ladies, die mal wieder so richtig abfeiern wollten – liebten die Message. Veranstalter Thomas Pieper kam in dieser Nacht standesgemäß im Smoking.

Nebenan in der Fusion Box wurde im intimeren Rahmen zu dem Sound von Luna Tom und Jon Asher getanzt. Da für mich das Fusion mit Techno verknüpft ist, musste ich mich erst einmal darauf einlassen, um mich gedanklich ein paar Jahre zurück ins Dockland zu beamen. Die beiden Ps (Philipp & Patrick) von M.A.N.D.Y. waren dann die Glücklichen hinter den Decks in der Main-Area. Für den krönenden Abschluss war mal wieder Monoparker Steve Stix vorgesehen.

Für uns ging es dann nach nebenan ins gemütliche Conny Kramer. Ein Club, der sogar seiner Toilette liebevolle Namen wie „Herr und Frau Kramer“ gibt, kann nur sympathisch sein. IN.DEED alias P.A.C.O. & Nils Liebich (Kittball) hatten bereits live gespielt. Nun gab es den Dirty-Berlin-Sound von Katermukke-Mann Dirty Doering. Hier konnte man sich locker von dem unkomplizierten Sound treiben lassen.

Danach kam für uns die Überraschung dieser Nacht: Junge Junge. Die beiden Jungs kennt man seit vielen Jahren aus der Musik- und Gastroszene in NRW. Sie knüpften an Dirty Doering an und lieferten einen ebenso entspannten, wie treibenden Mix. Ihren Gig beendeten sie mit „Beautiful Girl“, ihrem neuen Release (Get Physical; Universal).

Der Name Dockland wird weiterhin gelebt: Schon im Sommer, am 13.06.2015, steht die nächste DOCKLANDS auf dem Hawerkampgelände an.

Tja, Legenden leben halt länger!

Sonnenfrau

Bildergalerie: https://www.flickr.com/photos/97588792@N03/sets/72157650705945319/

Videos:

Bad Boy Bill: http://youtu.be/OfPSLw9Nd-s

Junge Junge: http://youtu.be/wYImAwxiasQ